Man könnte meinen, Berlin erlebt selten derart gespannte Gesichter wie an diesem Montag: Ahmed al-Sharaa, vom syrischen Übergangschaos an die Spitze gespült, soll jetzt beweisen, dass es mit seinem Land anders, besser – wenigstens ruhiger – weitergeht. Jürgen Hardt von der CDU/CSU bringt es ehrlich auf den Punkt: Ohne glasklare Hinweise auf Versöhnung und partizipative Stabilisierung bleibt wenig Vertrauen übrig. Einfache Parolen reichen nicht mehr, nachdem Syrien jahrelang im Strudel sektiererischer Gewalt versunken ist. Die SPD – in Gestalt von Adis Ahmetović – pocht dagegen auf knallharte Prioritäten: Zivilschutz, sofortiger Waffenstillstand, und humanitäre Öffnung dürfen nur der Anfang sein.
Erstaunlich direkt – und irgendwie auch ein Zeichen für eine neue Offenheit – äußert sich Grünen-Politiker Kassem Taher Saleh. Für ihn, der selbst Fluchterfahrung hat, sind Minderheitenschutz und rote Linien nicht verhandelbar. Seine Worte haben Gewicht, wenn er an die Bedrohung für Kurden, Drusen, Jesiden, Aleviten und Christen erinnert. Politische Legitimität bleibt eine hohle Phrase, solange diese Gruppen Gefahr laufen, unter die Räder zu geraten.
Doch politische Inszenierung und Realität, das weiß man spätestens seit dem Arabischen Frühling, passen selten ganz zusammen. Al-Sharaa wird mit Merz, Reiche und Wadephul konferieren, Geschäftsführerhände schütteln – während draußen am Brandenburger Tor protestiert wird. Es bleibt zu hoffen, dass mehr als bloß höfliche Floskeln die Räume füllen werden.
Der Berlin-Besuch von Ahmed al-Sharaa sorgt für politische Spannung. Politiker aus CDU, SPD und Grünen betonen vor seinem Eintreffen, dass für eine echte Wende in Syrien mehr gefordert ist als schöne Worte: Es müsse rein praktisch und sichtbar Minderheitenschutz geben, Angriffen gegen Kurden müsse genauso ein Ende bereitet werden wie humanitäre Hürden, und die syrische Übergangsregierung solle sich einem breiten inklusiven Prozess öffnen. Viele fürchten aber, dass Appelle verhallen. – In aktuellen Online-Artikeln wird vor allem auf folgenden Aspekt hingewiesen: Die internationale Gemeinschaft bleibt misstrauisch, auch weil Syrien weiterhin von Gewalt und Instabilität geprägt ist; die Bundesregierung verlangt Fortschritte bei Menschenrechten und politische Integrationsprozesse (Quelle: [Spiegel.de](https://www.spiegel.de), [Zeit.de](https://www.zeit.de), [FAZ.net](https://www.faz.net)). – Hinzu kommt, dass laut Berichten aus taz.de und dw.com außerparlamentarische Gruppen mit eigenen Aktionen den Besuch begleiten und die Sorge geäußert wird, dass Syrien in geopolitische Machtspiele geraten könnte.