Estland zweifelt an US-Verhandlungsstrategie – Außenminister Tsahkna äußert harsche Kritik

Estlands Außenminister Margus Tsahkna findet deutliche Worte zu den zwischen Trump und Russland geführten Ukraine-Gesprächen. Für ihn sind die diplomatischen Bemühungen praktisch wirkungslos verpufft.

heute 06:59 Uhr | 2 mal gelesen

Manche Dinge klingen am Papier besser als sie wirklich sind – so ließe sich die Einschätzung des estnischen Außenministers Margus Tsahkna zusammenfassen, wenn er auf die Gesprächsversuche von Ex-Präsident Donald Trump mit Putin blickt. Laut Tsahkna, und das sagte er ziemlich direkt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, seien die Verhandlungen 'faktisch gescheitert'. Im Klartext: Zeitverschwendung! Während man redete, hat Russland keinerlei Initiative gezeigt, im Gegenteil – Moskau habe nur an Härte zugelegt. Die vergangenen Wochen seien ein Paradebeispiel: Die Angriffe auf die Ukraine hätten spürbar an Heftigkeit zugenommen, während die Weltöffentlichkeit mit diplomatischen Luftnummern beschäftigt war.

Interessant: Wachsende Ängste vor einem russischen Vorstoß ins Baltikum oder nach Polen wischt Tsahkna zumindest kurzfristig vom Tisch. Keine großen Truppenbewegungen, keine unmittelbare Gefahr – der russische massive Fokus liege, so seine Einschätzung, weiterhin auf der Ukraine. Also, keine Panik – aber eben auch keine Entwarnung. Denn Russland, das betont der Außenminister, bleibt unberechenbar und gefährlich; kleinere Provokationen könnten jederzeit passieren. Estland sei darauf vorbereitet, beruhigt Tsahkna. – Wobei, ehrlich gesagt, ein bisschen Unsicherheit zwischen den Zeilen mitschwingt.

Zuletzt hatte Donald Tusk, Polens Regierungschef, von Warnungen der Geheimdienste berichtet, die auf potenzielle russische Angriffe und eine heikle Phase für die gesamte Region hindeuten. Einiges bleibt also weiter offen.

Estlands Außenminister Tsahkna zeigt sich skeptisch gegenüber den Gesprächsbemühungen des ehemaligen US-Präsidenten Trump – statt Fortschritten brachte das vor allem Russland mehr Spielraum und Zeit, die militärische Eskalation in der Ukraine voranzutreiben. Obwohl die Angst vor einer Angriffswelle Russlands auf das Baltikum derzeit gering eingeschätzt wird, warnt Tsahkna eindrücklich vor der andauernden und schwer kalkulierbaren Gefahr aus Moskau. Zeitgleich verdeutlichen neue Berichte, etwa von der Financial Times und europäischen Nachrichtendiensten, dass Russland seine Kriegsindustrie hochfährt, während NATO-Länder – allen voran die baltischen Staaten und Polen – ihre Verteidigungspositionen teils neu ordnen und die Truppenpräsenz erhöhen.

Recherchiert man weiter, lassen sich folgende zusätzliche Aspekte einbringen: In den vergangenen zwei Tagen wurde auf zeit.de berichtet, dass die NATO aktuell ihre Verteidigungspläne für Osteuropa konkretisiert, eine direkte Bedrohung aber nicht sofort absehbar ist. Auf spiegel.de beleuchtet eine neue Analyse, wie Russland durch Cyberangriffe, Spionage und gezielte Desinformation weiterhin versucht, europäischen Zusammenhalt zu untergraben. Und laut dw.com wird in Brüssel aktuell diskutiert, ob und wie die EU-Länder weitere schwere Waffenlieferungen an die Ukraine organisieren können – was die ukrainische Regierung angesichts steigenden Drucks zunehmend fordert.

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