Willingmann: AfD-Klima behindert Hochschulen und Unternehmen

Laut Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann stößt das gesellschaftliche Klima, das durch das Erstarken der AfD entsteht, Hochschulen und Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften und Professoren vor den Kopf.

heute 07:56 Uhr | 2 mal gelesen

Das aktuelle politische Klima in Sachsen-Anhalt sorgt aus Sicht von Armin Willingmann für spürbaren Gegenwind bei der Personalgewinnung. In seiner Rolle als Landesminister und SPD-Spitzenkandidat warnte er gegenüber der Funke-Mediengruppe: Bereits jetzt sei feststellbar, dass die von der AfD geschürte Atmosphäre ein regelrechter Standortnachteil geworden ist. Vor allem die Hochschulen merken das, wenn sie versuchen, Professorinnen und Professoren anzuwerben – viele lehnen mittlerweile ab und verweisen dabei nicht nur auf Herkunft oder Hautfarbe, sondern auch auf ein als feindlich oder schlicht unangenehm empfundenes gesellschaftliches Klima. Besonders betroffen sind aber auch Unternehmen: Immer häufiger berichten sie davon, dass qualifizierte Arbeitskräfte vor Antritt einer Stelle zurückschrecken – aus Sorge um das Wohl ihrer Familien oder einfach, weil sie das gesellschaftliche Klima abschreckt. Noch sind Wirtschaftsverbände und Unternehmerverbände eher mahnend unterwegs, aber angesichts der wachsenden Schwierigkeiten und der bekannten Fachkräftelücke könnte das bald nicht mehr ausreichen. Ob und wie sich diese Entwicklung umkehren lässt? Das bleibt offen – Optimismus klingt jedenfalls anders.

Mittlerweile beobachten sowohl Hochschulen als auch Wirtschaftsunternehmen in Sachsen-Anhalt, dass ein zunehmend polarisierendes Klima, das zum Teil durch die AfD-Beteiligung und deren Rhetorik begünstigt wird, Talente und Fachkräfte abschreckt. Besonders Professorinnen, Professoren und ihre Familien wägen genau ab, ob sie in ein Umfeld ziehen wollen, das sie als weniger offen oder sogar als feindlich wahrnehmen. Laut Willingmann wird dieses Thema immer akuter: Unternehmen verlieren Bewerber, Universitäten weniger attraktive Wunschkandidaten, was angesichts der demografischen Entwicklung und wachsenden Personalengpässe die mittelfristige Wettbewerbsfähigkeit der Region gefährden könnte. – Ergänzend: Die AfD hat insbesondere in Ostdeutschland Zulauf, was für ein intensives Debattenklima sorgt. Die Diskussion um den Einfluss des gesellschaftlichen Klimas auf den Arbeitsmarkt wird auch bundesweit geführt; Experten fordern gezielte Integrations- und Werbemaßnahmen für „Willkommenskultur“, um im internationalen Wettbewerb nicht zurückzufallen. Hochschulen und Wirtschaftsverbände schlagen Alarm, da mit sinkender Attraktivität nach außen auch weniger frische Ideen und Investitionen nach Sachsen-Anhalt fließen (siehe Berichte aus taz, FAZ, ZEIT, dw.com).

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