EU denkt über Strafzölle für chinesische Hybridwagen nach

Brüssel prüft offenbar, wie man gegen subventionierte Hybridautos aus China vorgehen könnte.

18.06.26 22:40 Uhr | 4 mal gelesen

Laut mehreren, mit der Angelegenheit vertrauten Personen, rückt die EU-Kommission wohl demnächst gegen chinesische Hybridautos vor – berichtet zumindest das "Handelsblatt" unter Berufung auf EU-Offizielle und Leute aus der Industrie. Die entsprechenden Ermittlungen seien hinter den Kulissen bereits eingetütet, heißt es, sodass Brüssel ziemlich zügig handeln könnte, falls sich die Mitgliedsstaaten einig werden. Im Visier stehen dabei bekannte Namen wie BYD, Chery und SAIC. Hintergrund ist, dass die EU seit Sommer 2024 schon Strafzölle auf reine E-Autos aus China erhebt – woraufhin etliche Hersteller kurzerhand auf Hybridmodelle setzen, um die Abgaben zu umgehen. Ein Industrievertreter bringt es auf den Punkt: Die Chinesen hätten blitzschnell auf die veränderte Lage reagiert und damit eine Schwäche im EU-System aufgedeckt. "Da muss die EU jetzt nachziehen", forderte der Insider. Ein bisschen klingt das Ganze nach Katz-und-Maus-Spiel – nur, dass der nächste Zug wohl aus Brüssel kommt.

Die EU-Kommission bereitet derzeit neue Ausgleichszölle gezielt für chinesische Hybridautos vor, nachdem sich zuvor die Zölle nur auf vollelektrische Fahrzeuge bezogen hatten. Diese Maßnahme ist eine Reaktion darauf, dass Hersteller wie BYD und Chery umgehend auf Import-Modelle mit Hybridantrieb umschwenkten, um bisherigen Abgaben zu umgehen. Das Thema spaltet die EU-Staaten politisch, neben ökonomischen Risiken steht auch die Furcht vor einem eskalierenden Handelskonflikt im Raum. Die Bundesregierung äußert sich bislang zurückhaltend, während Frankreich und Spanien ähnlich wie die EU-Kommission einen härteren Kurs gegen China fordern. Besonders die deutsche Autoindustrie sieht Chancen und Risiken zugleich – einerseits Schutz vor Dumping-Importen, andererseits drohende Vergeltungsmaßnahmen für eigene Exporte.

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