Familienbetriebe fürchten neue Hürden durch EU-Transparenzvorgaben

Vertreter der Familienunternehmen mahnen die Bundesregierung, bei der Einführung der EU-Regeln zur Entgelttransparenz Augenmaß zu wahren. Verbandschefin Ostermann betont: 'Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Klar. Aber mehr Papierkram brauchen wir nicht.'

heute 14:22 Uhr | 1 mal gelesen

Es klingt fast wie eine alte Leier, aber sie bleibt aktuell: Die Wirtschaft, konkret die mittelständisch geprägten Familienunternehmen, stehen einmal mehr am Pranger der Bürokratie. Vorgeschrieben werden soll mehr Offenheit beim Thema Gehalt – zumindest, wenn es nach der EU-Richtlinie geht. Das klingt zunächst harmlos, ist es aber nicht zwingend, meint Marie-Christine Ostermann, aktuell an der Spitze der Familienunternehmer. Ihrer Meinung nach besteht durchaus die Gefahr, dass mit dieser vorgeschriebenen Transparenz ein Wust an Bürokratie ausgelöst wird – schon wieder, könnte man sagen. Viele Betriebe – kleine, teils über Generationen aufgebaut – praktizieren schon heute transparente Lohnstrukturen, oft viel persönlicher als in großen Konzernen. Die Angst ist real, dass Deutschland mal wieder aus einer vernünftigen EU-Regel einen Bürokratie-Moloch bastelt. Warum das so ist? Erfahrung. Man hat das Gefühl, aus Brüssel kommt ein Rahmen – und Berlin baut die Hängebrücke daraus, inklusive Geländer, Beleuchtung und Schild mit Belehrungstext.

Familienunternehmen warnen davor, dass die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in Deutschland zu übermäßigen bürokratischen Hürden führen könnte. Verbandspräsidentin Ostermann befürchtet, die Politik könnte unter dem Vorwand gerechter Bezahlung ein Berichtspflicht-Monster schaffen, das vor allem kleinere Unternehmen trifft. Tatsächlich sieht der EU-Plan vor, Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verringern und Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden zu verpflichten, regelmäßige Lohnberichte vorzulegen, was laut aktuellen Berichten insbesondere im Mittelstand zu Unsicherheiten führt. Verschiedene Stimmen aus Wirtschaft und Gewerkschaften streiten über die genaue Ausgestaltung: Während Unternehmer aufs Bremspedal treten, sehen Arbeitnehmerorganisationen darin einen wichtigen Schritt zu mehr Gerechtigkeit. In der Praxis gibt es bereits Betriebe, die freiwillig für Lohntransparenz sorgen – ein Zwangsmechanismus kann aber, so die Kritik, vor allem in kleinen Betrieben zu viel Zeit und Nerven kosten.

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