Familienunternehmen warnen davor, dass die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in Deutschland zu übermäßigen bürokratischen Hürden führen könnte. Verbandspräsidentin Ostermann befürchtet, die Politik könnte unter dem Vorwand gerechter Bezahlung ein Berichtspflicht-Monster schaffen, das vor allem kleinere Unternehmen trifft. Tatsächlich sieht der EU-Plan vor, Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verringern und Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden zu verpflichten, regelmäßige Lohnberichte vorzulegen, was laut aktuellen Berichten insbesondere im Mittelstand zu Unsicherheiten führt. Verschiedene Stimmen aus Wirtschaft und Gewerkschaften streiten über die genaue Ausgestaltung: Während Unternehmer aufs Bremspedal treten, sehen Arbeitnehmerorganisationen darin einen wichtigen Schritt zu mehr Gerechtigkeit. In der Praxis gibt es bereits Betriebe, die freiwillig für Lohntransparenz sorgen – ein Zwangsmechanismus kann aber, so die Kritik, vor allem in kleinen Betrieben zu viel Zeit und Nerven kosten.
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