Telekom will Leistungsfähigkeit des KI-Rechenzentrums in München massiv ausbauen

Die Telekom plant, die Anzahl der Nvidia-Prozessoren in ihrem Münchener KI-Rechenzentrum von bisher 10.000 auf satte 20.000 Chips aufzustocken.

heute 14:32 Uhr | 2 mal gelesen

Am Montag verkündete Timotheus Höttges, der Vorstandschef der Deutschen Telekom, auf der TECH-Konferenz des Handelsblatts einen bemerkenswerten Schritt: Die Kapazität des gemeinsam mit Nvidia betriebenen KI-Rechenzentrums in München soll verdoppelt werden. Seit Februar läuft die enge Zusammenarbeit mit dem US-Chiphersteller bereits, nun will die Telekom nachlegen – was wohl auch zeigt, wie dynamisch sich der Bereich rund um künstliche Intelligenz in Deutschland und Europa entwickelt. Interessanterweise bleibt Höttges bei wirklich riesigen Rechenzentren, sogenannten Gigafactories, dennoch vorsichtig. Er argumentierte fast schon lakonisch: Eine Gigafactory lohne sich für die Telekom nur, wenn das dazugehörige Geschäftsmodell wirklich tragfähig sei. Die EU möchte mehrere dieser Mega-KI-Fabriken pushen, also Zentren mit 100.000 oder noch mehr GPUs. Doch der Telekom-Chef sieht die Verantwortung dafür eher beim Land selbst. Pikant seine Aussage: 'Die Deutsche Telekom braucht keine AI-Gigafactory. Deutschland braucht eine AI-Gigafactory.' Dennoch fehle es aktuell schlicht an einer deutschen Firma, die in Sachen KI mit US-Konzernen wie OpenAI oder Anthropic konkurrieren könne. Die einzige Option für ein derartiges Mammutprojekt sieht er bei Industrieanwendungen oder im Regierungsumfeld. Keine einfachen Aussichten also – und vielleicht ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass ein gewisser Aufholbedarf besteht.

Die Telekom verdoppelt die Leistungsfähigkeit ihres KI-Zentrums in München auf 20.000 Nvidia-Prozessoren. Der Schritt ist ein signalstarkes Zeichen für den Ausbau künstlicher Intelligenz in Deutschland, wobei große Unsicherheiten bezüglich rentabler Geschäftsmodelle für noch größere KI-Ressourcen, sogenannte Gigafactories, bestehen bleiben. Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland hinsichtlich eines international konkurrenzfähigen eigenen KI-Sprachmodells hinterher – aktuell gibt es keine hiesige Firma, die ernsthaft mit KI-Giganten aus den USA konkurrieren könnte. In den letzten 48 Stunden hat sich die Diskussion um europäische Digital- und KI-Souveränität weiter verschärft: Die EU investiert massiv in technologische Unabhängigkeit und Datensicherheit, um nicht von außereuropäischen Plattformen abhängig zu sein. Gleichzeitig wird die Debatte um Energiebedarf und Standortwahl von KI-Rechenzentren intensiver – nachhaltige Stromversorgung sowie gesellschaftliche Akzeptanz rücken ins Zentrum. Außerdem forcieren Bundesbehörden und Industriebranchen ihre Zusammenarbeit, um mit Forschungsnetzwerken und konkreten Pilotprojekten den Rückstand zu OpenAI & Co. zumindest zu verringern.

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