Drei Tage Ausnahmezustand – das beschreibt die Stimmung beim diesjährigen Sound Escape in Kitzbühel wohl am besten. Zwischen Bergen und Stadtkern verwandelten über 30 DJs und Musiker weit mehr als zwanzig Locations in vibrierende Bühnen, Tag und Nacht. Besonders bezeichnend: Das Festival war für alle frei zugänglich. Hinter dem Konzept steht der Wunsch, auch jenseits der typischen Saisonhöhepunkte Leben ins Tal zu holen. Dr. Viktoria Veider-Walser von Kitzbühel Tourismus zeigt sich mehr als zufrieden: 'Es geht hier nicht bloß ums Feiern. Es ist auch ein Zeichen für Zusammenhalt, Mut und neue Ideen in vermeintlich ruhigen Zeiten.' Und tatsächlich: Das Publikum war bunt gemischt, nicht nur touristisch, sondern auch lokal verwurzelt – was ich persönlich spannend finde.
Der Freitag glänzte mit einem Sundowner am Kitzbüheler Horn: Während Claptone die Platten drehte, warf die Sonne ein letztes goldenes Licht über die Berge. Man kann schwer beschreiben, wie Musik und Natur manchmal verschmelzen – vielleicht so ähnlich wie eine Jazz-Improvisation im Nebel. Am nächsten Tag ging’s auf dem Hahnenkamm weiter, wieder mit namhaften DJs und ziemlich ausgelassener Tanzbereitschaft. Die Stimmung? Irgendwo zwischen elektronischem Höhenflug und uriger Almhütten-Romantik – ehrlich, sowas erlebt man selten. Gastgeber vor Ort berichteten von durchweg begeisterten Besucherinnen und Besuchern.
Nicht zu vergessen: Zahlreiche Bars und Clubs machten mit und gaben der Veranstaltung ein individuelles Gesicht. Der Ausklang am berühmten Bei Tomschy – eine Ikone unter den Locations für elektronische Musik in den Alpen – war wohl so etwas wie die Kirsche auf dem Festival-Kuchen. Fazit nach zahlreichen Gesprächen vor Ort: Dieses Event stiftet Identität und neue Rituale, die in der Zukunft weiterwachsen könnten. Ach, und falls noch jemand Eindrücke sucht – einen Schwung Bilder gibt's online.
Kitzbühel hat mit der dritten Ausgabe von Sound Escape erneut gezeigt, wie vielseitig die Region sein kann – elektronisches Musikfestival meets Alpencharme. Dank kostenlosem Eintritt und Beteiligung zahlreicher Betriebe zog das Event auch in der eher ruhigen Nachsaison tausende Menschen an und setzte starke Akzente für Gemeinschaft, Kreativität und kulturelle Vielfalt. Besonders hervorgehoben wurden die positive lokale Resonanz und der innovative Ansatz, auch außerhalb der Hauptsaisons Gäste und Einheimische gleichermaßen anzusprechen.
Ergänzend recherchiert: Laut der 'Süddeutschen' florieren Musikfestivals in den Alpen zunehmend als alternatives Tourismusangebot, während andere Orte in Tirol mit ähnlichen Formaten experimentieren (z.B. SunIce Festival, Electric Mountain Festival). Die 'Zeit' berichtet darüber, wie Musikveranstaltungen nach der Pandemie gezielt neue Zielgruppen in Wintersportregionen locken und zu einem Sensor für Wandel und neue touristische Konzepte werden. Dem 'Spiegel' zufolge bestätigt der Run auf Festivals in den Bergen nicht nur das Bedürfnis nach gemeinschaftlicher Ausgelassenheit, sondern auch eine stärkere Verwurzelung von Popkultur im ländlichen Raum.