FidAR-Forum 2026: Mehr Frauen an die Spitze – Aufbruch oder Stillstand?

Berlin – Bei allem politischen Willen, gleiche Chancen für Frauen und Männer in den Chefetagen herzustellen, ist die Realität oft zäher als gedacht. Rund 350 prominente Köpfe aus der deutschen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kamen zum FidAR-Forum 2026 zusammen, um unter dem Motto "Gleichstellung gestalten – international lernen" Bilanz zu ziehen – und die nächsten Schritte auszuloten.

heute 08:59 Uhr | 3 mal gelesen

Karin Prien, ihres Zeichens Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, nahm kein Blatt vor den Mund: 'Gleicher Zugang zu Macht bleibt ein Kernanliegen jeder funktionierenden Demokratie.' Laut Prien machen gerade die unterschiedlichen Sichtweisen von Frauen und Männern Unternehmen wie Gesellschaft resilienter und innovativer – und Fortschritte, etwa durch Quotenregelungen, hätten Wirkung gezeigt, aber eben in Zeitlupe. Ein Rückschritt sei obendrein auch international zu beobachten: Errungenschaften stünden unter Beschuss. Sie plädierte für konsequente Vorgaben und einen tiefen Wandel in der Unternehmenskultur – Gleichstellung, das sei nichts Nebensächliches, sondern schiere Notwendigkeit. Ähnliche Töne schlug Dr. Stefanie Hubig, die Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz, an: 'Von selbst wird das nichts! Vor allem jetzt müssen wir dranbleiben und aktiv für mehr Frauen in verantwortlichen Positionen sorgen – FidAR spielt dabei als parteiunabhängiges Sprachrohr eine wichtige Rolle.' Prof. Dr. Anja Seng, Präsidentin von FidAR, brachte den Vergleich mit dem Ausland ins Spiel: Deutschland habe sich bewegt, jedoch sei echte Gleichheit noch Zukunftsmusik. Blick nach Frankreich oder Australien: Dort pushen Gesetze oder Börsendruck das Ziel Parität, und öffentliche Zustimmung sei überall mit von der Partie. Aus Frankreich und den USA brachten Gäste wie die französische Gleichstellungsministerin Aurore Bergé und Irene Natividad, Präsidentin des Global Summit of Women, Beispiele mit, wie verbindliche Vorgaben sichtbar mehr Gleichberechtigung bringen – vorausgesetzt, sie werden auch gelebt. Was bleibt? In deutschen Chefetagen ist der Frauenanteil bei Vorständen und Aufsichtsräten momentan eher eingefroren. Weil die gesetzlichen Quoten bislang auf nur rund 100 Unternehmen beschränkt sind, fordert FidAR eine drastische Ausweitung. Bis dahin müsse zumindest das bestehende Recht deutlich konsequenter angewandt werden. 'Die Schonzeit ist vorbei', sagt Seng. 'Es geht um Wettbewerbsfähigkeit, Gerechtigkeit – und um Tempo.' Kurz zur Initiative: FidAR – Frauen in die Aufsichtsräte, wurde 2006 gegründet und zieht heute rund 1.500 Mitglieder aus allen Regionen und Parteien an. Ihr Hauptanliegen ist eine paritätische Besetzung sämtlicher Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft und eine bessere Unternehmenskultur. Mehr auf: www.fidar.de. Das Forum wird durch das Bundesfamilienministerium unterstützt. Kontakt für Presse: Clara Gruitrooy, Tel: 030 887 14 47 16, E-Mail: clara.gruitrooy@fidar.de

Das FidAR-Forum 2026 rückte die anhaltende Trägheit bei der Gleichstellung in Führungspositionen deutlich ins Rampenlicht und zeigte, dass Deutschland im internationalen Vergleich hinterherhinkt, obwohl es gesetzliche Quoten gibt. Zahlreiche Stimmen – von Ministerinnen über Initiativen bis zu internationalen Gästen – fordern eine konsequentere Ausweitung und Umsetzung verbindlicher Regelungen, um endlich spürbare Fortschritte zu erzielen und das Thema Gleichstellung im Zentrum gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung zu verankern. Aktuelle Recherchen zeigen, dass laut 'The Local' und 'Spiegel' trotz leichter Fortschritte beim Frauenanteil der Aufstieg immer noch steinig ist und Unternehmen oft auf Mindestlösungen setzen. 'Zeit Online' berichtet, dass ein wachsender Teil der Gesellschaft den Stillstand beim Thema Parität als Rückschritt empfindet – besonders angesichts internationaler Rollbacks. Auf 'FAZ.net' und 'Süddeutsche' häufen sich Diskussionen, wie kulturelle Barrieren, aber auch fehlender politischer Gestaltungswille tiefere Veränderungen ausbremsen. Auch die jüngsten EU-Initiativen in Richtung verpflichtender Quoten für börsennotierte Unternehmen bringen die Debatte auf ein neues Level. Zusätzlich liefert Australien laut mehreren Quellen mit Börsenvorschriften ein bemerkenswertes Gegenmodell mit deutlichen Erfolgen, während Frankreich mit strikten Quoten weiter voranschreitet.

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