Fifa-Ticketpreise: Özoguz fordert Schluss mit Ausgrenzung von Fans

Aydan Özoguz, Chefin des Bundestagssportausschusses (SPD), nimmt die Fifa wegen ihrer Ticketpreispolitik für die kommende Fußballweltmeisterschaft scharf ins Visier. Ihrer Meinung nach sind erschwingliche Eintrittskarten praktisch nicht zu bekommen – und damit bleibt leidenschaftlichen Fußballfans weltweit der Zutritt ins Stadion verwehrt.

heute 13:30 Uhr | 3 mal gelesen

Sie spricht Klartext: Statt einem Volksfest für jedermann verwandelt die Fifa die WM in eine Bühne für finanzstarke VIPs. Karge Tribünen, weil normale Fans es sich nicht leisten können. Özoguz fordert: „Das Preiskarussell muss sofort gestoppt werden. Die Fifa sollte die Kosten mächtig runterschrauben. Der DFB muss im Fifa-Rat endlich aktiv werden und solchen Auswüchsen ein Ende setzen!“ Für Empörung sorgt aktuell, dass im Online-Ticketzweithandel vier Endspielkarten für unfassbare zwei Millionen Euro pro Stück auftauchten – offiziell! Auch Stephan Mayer (CSU), sportpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, sieht dringenden Handlungsbedarf. „Der Fan macht den Fußball – ohne sie, kein Leben, keine Farbe! Die Fifa muss mit mehr Augenmaß agieren.“ Mayer erwartet klare Kante vom DFB: Für faire Eintrittspreise kämpfen! Eine „Weltmeisterschaft als Luxus-Event für wenige Reiche“ will wohl niemand ernsthaft haben, so Mayer weiter. Es spiele keine Rolle, ob es sich um zahlreiche Angebote im Weiterverkauf oder reguläre Preise handelt: „Das Signal, das davon ausgeht, ist vollkommen falsch.“

Die Fifa wird wegen ihrer ausufernden Ticketpreise für die nächste Weltmeisterschaft massiv kritisiert. Özoguz macht sich Sorgen, dass der Fußball dadurch zu einem exklusiven Hobby für die Reichen wird und Millionen Fans draußen bleiben müssen. Auch von politischer Seite kommt Druck: Sowohl SPD als auch Union fordern vom DFB, sich für erschwinglichere Preise starkzumachen. Das Problem liegt nicht nur an einzelnen Luxus-Angeboten im Zweitmarkt, sondern an einer generellen Abkopplung von Fanrealität und Verbandsinteressen – es droht eine Entfremdung zwischen Fußballbasis und Verbandsspitze. Aktuelle Recherche zeigt: Die Debatte um bezahlbaren Fußball sorgt international für Aufsehen. Laut Zeit.de wird die Ticketpolitik der Fifa von vielen Seiten als Zeichen für die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs bewertet. Ein Bericht der Süddeutschen unterstreicht, dass solche Preiskapriolen die Atmosphäre ganzer Turniere gefährden könnten, weil Fans fehlen, die das Flair eigentlich prägen. Der Spiegel benennt explizit die Gefahr, dass große Sportereignisse zu reinen Show-Veranstaltungen mutieren, wenn sich die Basis ausgeschlossen fühlt.

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