Gerade als man meinen könnte, die deutsche Wirtschaft gewöhnt sich allmählich an Dauerkrisen und nervöse Marktbewegungen, überrascht eine schlichte Zahl: 1.716 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften im März. Das ist nicht nur ein Prozentwert, sondern ein schockierender Rekord – solche Niveaus gab es zuletzt vor über 20 Jahren, damals tanzten noch ganz andere Namen durch die Presse. Gegenüber Februar bedeutete das einen Satz nach oben um 17 Prozent. Im Vergleich zum März 2025 sind es sogar 18 Prozent mehr – das klingt auf Papier vielleicht nach wenig, aber die Verunsicherung dahinter ist riesig. Erstaunlich und zugleich beunruhigend: Besonders die Branchen Bau, Handel und klassische Dienstleistungen stehlen sich unfreiwillig ins Rampenlicht. Regionale Brennpunkte wie Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen kennen mittlerweile kaum noch positive Nachrichten, wenn es um diese Thematik geht.
Was aber besonders auffällt: Die Zahl betroffener Arbeitsplätze, rund 14.000 in den größten insolventen Firmen im März, ist zwar niedriger als Vormonat oder März '25, aber im historischen Vergleich werden erschreckend viele Existenzen in Frage gestellt. Fast zynisch mutet es an, dass es diesmal vor allem kleinere Betriebe trifft – also die, die für viele Menschen eigentlich den Kern des Wirtschaftslebens darstellen. Im verarbeitenden Gewerbe, das traditionell die Wirtschaftslokomotive spielt, sind etwa 16.000 Jobs in Schieflage geraten. Im Gesamtquartal schrauben sich die Werte hoch: 4.573 Firmenpleiten im Q1, 54.000 betroffene Arbeitsplätze – das ist mehr, als man sich nach der Finanzkrise 2009 je hätte vorstellen können.
Seitens der Forschung wird die Aussicht auch nicht freundlicher. Steffen Müller vom IWH resümiert trocken, dass die Frühwarnsysteme düster stehen: "Das nächste Quartal verspricht keine Verschnaufpause." Wachsamkeit ist geboten, auch wenn Hoffnung ein rares Gut bleibt. Immerhin – manchmal bringt ein drastischer Wandel am Ende auch Neues, man kann ja noch hoffen.
Im März 2026 schossen die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland mit 1.716 Fällen auf den höchsten Stand seit über zwei Jahrzehnten und übertrafen damit selbst die Werte aus der Finanzkrise 2009 deutlich. Auffällig ist, dass diesmal insbesondere kleine und mittelgroße Unternehmen in Branchen wie Bau, Handel und Dienstleistungen betroffen sind, was sich direkt negativ auf die Arbeitsplätze auswirkt – auch wenn in großen Firmen die Zahl der betroffenen Beschäftigten zurückging. Die Frühindikatoren bleiben düster und sämtliche Analysen, etwa vom IWH oder Kreditversicherern wie Euler Hermes, gehen für das laufende Jahr von weiterhin sehr hohen Insolvenz- und Arbeitsplatzverlustzahlen aus; Hintergrund sind unter anderem verschärfte Fremdkapitalkosten, Nachholeffekte aus Pandemie und Energiekrise sowie sinkende Konsumlaune – der Trend spiegelt sich auch in fast allen aktuellen Berichten großer Medien wider.