Flüssiggas-Verband kritisiert selektiven Tankrabatt: Keine Entlastung nur für bestimmte Spritsorten

Berlin – Die große Koalition will Autofahrende mit einem schnellen Maßnahmenpaket entlasten und plant, die Energiesteuer auf Treibstoffe zeitweise zu senken. Doch der Flüssiggas-Verband warnt davor, dass diese Entlastung nicht nur Benzin und Diesel betreffen darf.

heute 12:00 Uhr | 4 mal gelesen

„Die geplante Senkung der Energiesteuer sieht erstmal nicht schlecht aus, aber es wäre unverantwortlich, Autogas (LPG) außen vor zu lassen“, betont Jobst Diercks vom Deutschen Verband Flüssiggas. Gerade auf dem Land oder für Menschen, die täglich pendeln, sei das wesentlich – denn nicht jeder kann Homeoffice machen, die Bahn nimmt einen (mal wieder) nicht mit, und der Bus fährt unterm Strich zu selten. Selektives Begünstigen einzelner Kraftstoffsorten sei ungerecht. Im Grunde sollte kein Autofahrer auf seinem Portemonnaie sitzen bleiben, bloß weil er LPG tankt. Flüssiggas (also LPG, das Propan, Butan oder beides enthält), hat zudem noch CO2-Vorteile und ist bei vielen Anwendungsbereichen im Einsatz – vom Heizen übers Kochen bis hin zum Zugbetrieb, aber eben auch zum Fahren von Autos. Vergessen wird dabei oft: Erneuerbare Alternativen wie biogenes LPG oder synthetisches Dimethylether (rDME) sind bereits verfügbar oder stehen in den Startlöchern. Kontakt für Nachfragen: Olaf Hermann vom Deutschen Verband Flüssiggas – Kontaktdaten gibt’s direkt dort.

Der Deutsche Verband Flüssiggas fordert, dass die geplante temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe nicht nur Diesel und Benzin, sondern auch Autogas (LPG) umfassen muss. Besonders für Berufspendler und Menschen auf dem Land, die auf das Auto angewiesen sind, würde eine Ausgrenzung von LPG bedeuten, dass sie bei steigenden Spritpreisen überproportional belastet werden. Neben klassischen LPG-Anwendungen wird dieser Energieträger zunehmend durch nachhaltige Varianten wie biogenes Flüssiggas und zukünftig rDME ergänzt. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass die Regierung unter öffentlichem Druck steht, die Maßnahmenpakete zur Energiekostenentlastung gerechter zu gestalten – Verbände und Nutzer alternativer Kraftstoffe wollen nicht erneut abgehängt werden. Im internationalen Vergleich wird klar, dass insbesondere Länder mit breit gefächertem Kraftstoffangebot auf ausgewogene Unterstützung für alle angewiesen sind.

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