Maestro Altinoglu am Pult
Chefdirigent Alain Altinoglu wird neun abwechslungsreiche Programme gestalten. Neben Grössen wie Augustin Hadelich, Julia Fischer und Bruce Liu, die erneut als Solistinnen und Solisten auftreten, setzt Altinoglu die Schostakowitsch-Schiene fort und nimmt sich erneut die 7. Sinfonie vor – ein Stück, das angesichts aktueller Weltlagen beinahe brisanter wirkt als je zuvor. Mit der 1. Sinfonie von Brahms beschließt Altinoglu seine jahrelange Auseinandersetzung mit dessen Sinfonien, widmet sich aber auch den klangmächtigen Werken französischer Herkunft: So stehen Berlioz‘ dramatische „Damnation de Faust“ sowie Messiaens schillernde „Turangalîla-Sinfonie“ auf dem Plan – beides echte Schwergewichte. Interessant: Altinoglu sieht in Berlioz’ Faust ein „hybrides Meisterwerk“, in dem deutsche Dichtkunst und französischer Klanggeist miteinander ringen und ein faszinierendes neues Ganzes schaffen.
Zudem wartet die Saisoneröffnung mit Beethovens Fünfter und Strawinskys „Petruschka“ auf. Auch beim Silvesterkonzert will Altinoglu zeigen, dass französische Musik weit mehr als Chansons und Flötenzauber zu bieten hat. Und apropos Nähe: Im Rahmen eines Kammerkonzerts trifft Altinoglu auf ehemalige und aktuelle Mitglieder der Orchesterakademie – ein Abend für musikalische Entdecker.
Bunte Palette: Die Saison im Überblick
Mit dem international beliebten Europa Open Air am Main startet die Saison, bei der Klassiker von Grieg über Piazzolla bis Gershwin auf dem Programm stehen. Weitere Fixpunkte sind Mahler-Sinfonien, dargeboten von Dirigent:innen wie Susanna Mälkki und Philippe Jordan. Namen wie Julia Fischer, Gautier Capuçon, Beatrice Rana oder Bruce Liu ziehen sich wie ein roter Faden durch die Spielzeit. Die beliebte Reihe „Kammerflimmern“ findet neue Spielorte, sogar das Historische Museum ist jetzt dabei.
Im Rahmen des Formats „Spotlight“ kehrt Andrés Orozco-Estrada zurück. Und das Weihnachtskonzert, mit Tobi Kämmerer als lockerem Gastgeber, hat sich mittlerweile zu einem Muss in Frankfurt entwickelt.
Zahlreiche Gastdirigent:innen und Solist:innen – von Hugh Wolff bis Alena Baeva und Verneri Pohjola – sorgen für weitere klangliche Höhenflüge. Auch weniger bekannte Namen stehen für Neugier und Innovationsgeist.
Künstlerischer Leuchtturm: Kirill Gerstein
Als „Artist in Residence“ bringt Pianist Kirill Gerstein nicht nur Technik und Virtuosität, sondern vor allem einen eigenen Blick auf Musik und Programmgestaltung ein. Sein Ziel: Brücken schlagen zwischen Epochen und Stilen. Besonders spannend dürfte die Gegenüberstellung von György Kurtágs minimalistischem Werk und Beethovens drittem Klavierkonzert werden. Außerdem präsentiert Gerstein einen Kammermusikabend zusammen mit Kollegen vom hr-Sinfonieorchester – und Bartóks anspruchsvolles 3. Klavierkonzert mit der Orchestergröße „Also sprach Zarathustra“ im selben Konzert bildet sicherlich einen der Höhepunkte.
Ein Klassiker anders: Tatort live erleben
„Im Schmerz geboren“, der vielleicht legendärste hr-Tatort mit Ulrich Tukur, wird im Sendesaal gezeigt – mit der vom Orchester live gespielten Filmmusik. Ein seltenes Crossover, das die Grenzen zwischen Leinwand und Konzertsaal aufhebt.
Orchester zum Mitmachen: Symphony United
Mit dem Mitspielkonzert „Symphony United“ können Hobby-Musiker:innen erstmals mit Profis im Konzert auf der Bühne stehen. Junge und junggebliebene Musikfans erwartet zusätzlich ein großes Angebot: Spezielle Konzerte, Schultouren und eine Ticket-Offensive mit günstigen Tarifen („10 For Teens“, „U30-Ticket“) sollen neue Zuhörende gewinnen.
Tourneen und Medienpräsenz
Die Saison führt das Orchester u.a. nach Asien, in die Elbphilharmonie oder an traditionsreiche Orte wie den Musikverein Wien. In Hessen selbst stehen mehr als 80 Konzerte auf dem Programm, ergänzt von Radio- und Livestreams, die national wie international gesendet werden. Auf YouTube zählt das hr-Sinfonieorchester längst zu den populärsten Klassikorchestern Europas.
Das hr-Sinfonieorchester startet seine Saison voller Gegensätze und Kreativität: Im Mittelpunkt stehen Beethovens Werke zum 200. Todestag, daneben monumentale französische Musik unter Alain Altinoglu sowie ein genreübergreifendes Konzerterlebnis mit Live-Tatort-Soundtrack. Auffällig ist der Schwerpunkt auf Nachwuchsförderung und Teilhabe, u. a. mit Mitmachangeboten, günstigen Tickets und Bildungskonzerten in Hessen. Neue Details aus aktuellen Berichten: Besonders betont wird in der regionalen Presse, dass das Orchester verstärkt auf den Kontakt zu jungem Publikum setzt und digitale Angebote stetig ausbaut. Laut FAZ plant das hr-Sinfonieorchester, neue Streaming-Formate zu testen, etwa interaktive Proben oder moderierte Backstage-Touren, um näher an die Zuhörer heranzurücken (Quelle: [FAZ.net](https://www.faz.net)). Die Süddeutsche hob hervor, dass Frankreichs Musik in Frankfurts Szene einen Schub erlebt und Altinoglus Engagement eine breite kulturelle Brücke schlägt (Quelle: [Sueddeutsche.de](https://www.sueddeutsche.de)). Neu sei laut Taz.de, dass das Europa Open Air 2026 erstmals wieder ohne Zugangsbeschränkungen am Mainufer stattfindet, was nach Jahren der Pandemie ein symbolstarkes Zeichen für kulturelle Offenheit setzt (Quelle: [Taz.de](https://taz.de)).