Mit 4:3 setzte sich Frankfurt, trotz früher Schockstarre nach einem Kölner Treffer von Kaminski (nach feinem Angriff über Ache, wohlgemerkt in Minute vier!), letztlich knapp gegen den 1. FC Köln durch. Anfangs nahezu überrannt, fanden die Frankfurter allmählich ihre Mischung aus Präzision und Kampfgeist. Theate nickte zum Ausgleich ein und Dahoud staubte mit viel Übersicht ab, sodass die Hessen bei Halbzeit sogar die Nase vorn hatten, was zur leichten Überraschung im Stadion führte. Nach der Pause machte sich Frankfurt weiter die Räume zunutze: Burkardt besorgte mit zwei schnellen Toren scheinbar den Deckel drauf – das dachten zumindest alle, die zu diesem Zeitpunkt die Nerven schon ein bisschen lockerer ließen. Doch Köln langte nochmals ordentlich hin – Bülter und Waldschmidt sorgten mit späten Toren für offene Münder und ein leicht erhöhtes Herzrasen auf beiden Seiten. Frankfurt rettete die Führung ins Ziel und sichert sich damit die Position im Windschatten der Liga-Spitze. Die Domstädter hingegen hinken den eigenen Ambitionen erstmals etwas hinterher, dürfen aber mit dem bisherigen Saisonverlauf noch halbwegs zufrieden sein. Schon nächste Woche stehen für beide Teams wieder richtungsweisende Spiele an – Köln muss an die Weser, während Frankfurt auf heimischem Rasen den VfL Wolfsburg empfängt. Es bleibt also eng – nicht nur auf, sondern ganz offenbar auch neben dem Rasen. Und wer hätte gedacht, dass ein Fußballabend so viele Wendungen nimmt?
Frankfurt dreht in Köln nach frühem Rückstand das Spiel, zeigt im Verlauf vor allem Durchhaltevermögen und profitiert von einem kurzen, starken Momentum nach der Pause. Die Eintracht setzt sich mit dem Sieg weiter oben fest, während Köln nach schwungvollem Start und großem Aufbäumen in der Schlussphase dennoch leer ausgeht – allerdings mit Blick auf die insgesamt solide Performance vielleicht nicht allzu unzufrieden sein muss. Besonders bemerkenswert: Die Stimmung im ausverkauften Stadion wirkte trotz Kölner Pleite fast schon feierlich. Unter der Woche wurde zudem mehrfach über die Stärken Frankfurts auf der Außenbahn sowie die veränderte Rolle von Burkardt in der Offensive berichtet – offenbar ein Schlüssel zum Erfolg der SGE. Auch bundesweit diskutierten Medien die neue taktische Flexibilität der Frankfurter, die flexibles Umschaltspiel mit überraschenden Positionswechseln kombinieren. (Mehr zu den taktischen Diskussionen etwa bei taz.de und zeit.de). Die nächste Bewährungsprobe wartet bereits – die Leistungsdichte in der Bundesliga bleibt hoch, und das Rennen um die internationalen Plätze ist, so viel steht fest, völlig offen.