Das Aus des FCAS-Projekts (Future Combat Air System) wird offiziell mit den gescheiterten Verhandlungen zwischen den beteiligten Industrieunternehmen begründet – immer wieder gab es Unstimmigkeiten über Zuständigkeiten, Technologietransfer und die jeweiligen Rollen im Konsortium. Hinter den Kulissen vermuten Beobachter jedoch auch tieferliegende politische Differenzen und Konkurrenzinteressen zwischen Deutschland, Frankreich und Spanien. Dennoch betonen Politiker wie Merz und Macron den Willen zu weiterer europäischer Zusammenarbeit im Rüstungsbereich, um gegebenenfalls flexibler auf alte wie neue Herausforderungen reagieren zu können. In internationalen Luft- und Raumfahrtforen wird das Aus als herber Rückschlag für die europäische Verteidigungsautonomie gesehen. Zugleich sehen manche Stimmen darin eine Chance für innovativere und agilere Ansätze in zukünftigen Rüstungsprojekten. Aktuelle Pressestimmen (z.B. bei der FAZ und taz) fokussieren auch auf die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Risiken eines derartigen Scheiterns. Außerdem ist unklar, wie Deutschlands Luftwaffe nun die bestehenden Lücken langfristig schließen wird.