Geschäftsreisende alarmiert: VDR kritisiert geplante US-Einreisehürden

Der deutsche Geschäftsreiseverband VDR fordert eine klare Haltung der Bundesregierung gegen neue, verschärfte US-Einreisebestimmungen – zu viel Überwachung und Bürokratie, kritisieren sie.

heute 08:06 Uhr | 1 mal gelesen

Ganz unter uns: Es rumort spürbar im Lager der deutschen Geschäftsreisenden. Christoph Carnier, Präsident des VDR, schlägt im Gespräch mit dem 'Handelsblatt' ziemlich deutliche Töne an – Deutschland wie auch die ganze EU müssten gegenüber den USA endlich Selbstbewusstsein zeigen, um ein verschärftes, wohl auch schwieriges Grenzregime ab 2026 noch abzuwenden. Denn was da kommen soll, hat es in sich: Wer auf Geschäftsreise in die USA möchte, müsste künftig deutlich sensiblere Daten preisgeben – von Social-Media-Profilen über biometrische Angaben bis hin zu persönlichen Kommunikationsdaten. Das ist aus Sicht vieler Unternehmen, die schon jetzt beim Thema Datenschutz keine Luft nach oben haben, schlichtweg zu viel verlangt. 'Wir können es unseren Mitarbeitenden unmöglich zumuten, Privates und Berufliches komplett offenzulegen', sagt Carnier. Das irritiert nicht nur aus praktischer, sondern auch aus rechtlicher Sicht, Stichwort DSGVO und europäische Datenschutzkultur. Übrigens – die Gesprächsbereitschaft über solche Offenlegungspflichten dürfte auch die Reiselust merkbar dämpfen. Selten drängt sich die Frage so auf: Bis wohin reicht internationale Sicherheit, und ab wann schränkt sie unsere Bewegungsfreiheit – und unternehmerische Handlungsfähigkeit – zu sehr ein?

Der VDR warnt eindringlich vor den geplanten US-Einreiseverschärfungen, die ab 2026 verpflichtende Angaben zu Social-Media-Auftritten, Telefonnummern oder biometrischen Daten verlangen könnten. Im Zentrum der Kritik stehen Sorgen um Datenschutz und Praktikabilität: Viele deutsche Unternehmen sehen ihre Mitarbeitenden durch die neuen Anforderungen vor unlösbare Konflikte gestellt, da europäischer Datenschutz und amerikanische Sicherheitsinteressen kollidieren. Recherchen zeigen zudem, dass in den USA selbst ebenfalls Datenschutzbedenken zunehmen, und zahlreiche internationale Wirtschaftsverbände ähnliche Forderungen an Washington stellen; ein diplomatisches Tauziehen um Mobilität und Sicherheit ist im Gange.

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