Grönland: Union kritisiert Trumps Expansionsfantasien scharf

Jürgen Hardt von der CDU wirft Donald Trump pures Machtstreben vor – und sieht in dessen Grönland-Plänen ein deutlich imperialistisches Signal.

heute 20:30 Uhr | 2 mal gelesen

Vieles lässt sich Donald Trump nachsagen, doch das Faible für große Gesten dürfte unangefochten sein. "Trump denkt offenbar, er könne sich als Präsident verewigen, indem er das Territorium der USA einfach mal eben erweitert", sagte Jürgen Hardt, ausgewiesener Außenexperte der CDU, in einem Interview mit dem 'Spiegel'. Diese 'Make America Great Again'-Marke – manchmal frage ich mich, ob sie für ihn nicht besser 'Make America Bigger' lauten müsste. Grönland als Tauschobjekt, als Pokerchip – für Trump scheint die Rechnung klar: 20 Prozent mehr Fläche für die Vereinigten Staaten, da lockt das Geschichtsbuch. Doch so simpel ist die Angelegenheit nicht, und Hardt betont, dass die sicherheitspolitischen Interessen längst durch die stationierten US-Truppen und die NATO-Präsenz gesichert seien. Warum also dieser Eroberungsklang? Europa solle diesem geopolitischen Verschiebespiel nicht tatenlos zusehen, warnt Hardt und zieht sogar Parallelen zu Trumps Venezuela-Politik. Ja, der Tonfall ist düster: Ein Angriff auf Grönland, so Hardt, wäre eklatant völkerrechtswidrig, immerhin regiere dort eine demokratisch gewählte Regierung und Grönland bleibe ein Teil des dänischen Königreichs. Sollte es jemals zum Äußersten kommen, sieht Hardt Dänemark als wahrscheinlichen Austrittskandidaten aus der NATO – eine Entwicklung, die, so meint er halb im Ernst, den US-Kongress wohl mächtig ins Schwitzen bringen würde. Am Ende bleibt diese unerwartete Wendung, dass Grönland, Dänemark (und, nicht zu vergessen, die Färöer) als autonome Bestandteile des Königreichs Dänemark gemeinsam mit den USA im selben Verteidigungsbündnis NATO stehen – und ein Angriff auf einen Bündnispartner eben keine rein amerikanische Angelegenheit wäre. Absurd? Vielleicht. Beunruhigend? Auf jeden Fall.

Donald Trumps offensives Interesse an einem möglichen Erwerb Grönlands stößt in Europa, insbesondere bei CDU-Politiker Jürgen Hardt, auf scharfe Kritik. Hardt sieht darin nicht nur rückwärtsgewandten Imperialismus, sondern auch einen Versuch, außenpolitisches Gewicht durch Gebietsvergrößerung zu demonstrieren – ein Vorhaben, das weder mit internationalem Recht noch mit der politischen Realität vereinbar sei. Inzwischen haben sich sowohl dänische als auch grönländische Offizielle deutlich gegen Verkaufspläne gestellt und betonen, dass Grönland als autonomer Teil Dänemarks nicht veräußert werden könne; jüngste Artikel berichten außerdem davon, dass die Debatte um Grönlands geopolitische Bedeutung mit Blick auf Klimawandel, Rohstoffe und Militärpräsenz weiter an Dynamik gewinnt und Dänemark gemeinsam mit seinen Partnern verstärkte Souveränitätsansprüche formuliert, um etwaigen ausländischen Begehrlichkeiten vorzubeugen.

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