Große Hoffnung auf Zusatzrente: Kapitalrente könnte Renten um Hunderte Euro steigern

Laut aktuellen Schätzungen der Rentenkommission kann die geplante kapitalgedeckte Zusatzrente nach mehreren Jahrzehnten Einzahldauer spürbare Extra-Leistungen für Versicherte erbringen. Bis zu 770 Euro monatlich sind möglich – zumindest, wenn man der Kalkulation glaubt.

heute 06:13 Uhr | 3 mal gelesen

Tabea Bucher-Koenen, die als Professorin dem Mannheimer ZEW-Institut vorsteht, erläutert: Grundlage der Berechnungen ist stets das erwartete Preisniveau 2026 – das sorgt für eine gewisse Bodenhaftung. Die Kommission will mit dem Vorschlag eine neue kapitalbasierte Säule innerhalb der gesetzlichen Rente schaffen, angelehnt an das nicht ganz unumstrittene schwedische Modell. Ein ergänzendes Kapitalpolster, so Kommissionskollege Jörg Rocholl von der ESMT Berlin, sei ein dringend nötiger Puffer gegen den Druck der alternden Gesellschaft. Seine eher pathetische Aussage: "Ein solcher Schritt könnte eine Art Meilenstein für Deutschland werden." Geplant ist, die Kapitalrente durch zusätzliche, verpflichtende Beiträge zu finanzieren. Zwei Prozent vom Lohn, je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Trotz des absehbaren Anstiegs bei den Lohnzusatzkosten sieht Rocholl keinen Grund zur Panik – im Gegenteil: Auch Unternehmen hätten ein Interesse an Stabilität im Rentensystem. Er appelliert an die Wirtschaft, kleine Vorteile nicht über das große Ganze zu stellen. Ein wenig Skepsis bleibt: Werden Unternehmen am Ende wirklich mitziehen?

Die Rentenkommission spricht sich klar für eine rasche Einführung einer kapitalgedeckten Zusatzrente aus, inspiriert vom schwedischen Modell, das als europaweit beispielhaft gilt. Nach den Berechnungen könnten langjährig Einzahlende mit deutlichen Rentensteigerungen rechnen: Nach 20 Jahren wären es etwa 150 Euro mehr, nach 45 Jahren sogar über 770 Euro monatlich – jeweils bezogen auf heutige Kaufkraft. Neue Berichte gehen aber auch auf Unsicherheiten ein, etwa hinsichtlich der Akzeptanz zusätzlicher Beiträge bei Unternehmen und Beschäftigten, sowie auf die Schwankungsrisiken an den Kapitalmärkten, wie verschiedene Medien in den letzten Tagen anmerken. Die Bundesregierung diskutiert weiterhin Modelle, die Pflicht und Freiwilligkeit, Fondsmanagement und staatliche Garantie kombinieren – letztlich steht und fällt alles mit Vertrauen und langem Atem.

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