Die politische Landschaft in Baden-Württemberg gerät ins Schwanken: Laut einer aktuellen Vorwahlumfrage von Infratest Dimap im Auftrag der ARD liegen CDU und Grüne beinahe gleichauf. Die Grünen erreichen, mit einem deutlichen Sprung von vier Prozentpunkten seit Januar, aktuell 27 Prozent. Die CDU steht minimal davor mit 28 Prozent – hat aber wiederum einen Punkt eingebüßt. Im Vergleich zur Landtagswahl 2021 drehen sich die Rollen fast: Damals gewannen die Grünen klar vor der CDU.
Welche Parteien sonst noch relevant sind? SPD und FDP verlieren weiterhin Boden, während die AfD überraschend stark abschneidet – wenngleich sie gegenüber Januar zwei Prozentpunkte einbüßt und auf 18 Prozent kommt. Die Linke stabilisiert sich, tendiert jedoch weiterhin knapp unterhalb der klassischen Fünf-Prozent-Hürde, die in Baden-Württemberg eigentlich keine starre Schwelle ist.
Es bleibt zu bedenken: Kein Umfragewert ist ein Wahlergebnis – was eine Binsenweisheit klingt, ist tatsächlich zentral. Gerade einmal zwei Drittel der Befragten sagen, ihre Entscheidung stehe bereits fest; der Rest schwankt, ist vielleicht noch enttäuscht, unentschlossen, oder erwägt gar, nicht wählen zu gehen. Auch die Bewertung der aktuellen Regierung und ihrer Köpfe ist durchwachsen: Während Ministerpräsident Kretschmann relativ solide Zustimmungswerte hat, sind die meisten anderen Spitzenkandidaten der Parteien einer Mehrheit entweder unbekannt oder schwer einzuschätzen. Spannend bleibt, dass bei einer hypothetischen Direktwahl des Regierungschefs die Grünen eindeutig vorne lägen – vor allem Cem Özdemir genießt hohes Vertrauen.
Ist das alles schon die Geschichte? Wohl kaum. Politisch kann in zehn Tagen viel passieren, zumal viele Menschen ihre Meinung möglicherweise noch ändern. Dennoch: Der Trend gibt Aufschluss über Stimmungen und Unsicherheiten – die Konstellationen könnten einen heftigen Wahlabend versprechen.
Die aktuellen Zahlen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Grünen und CDU in Baden-Württemberg hin; beide Parteien liegen praktisch gleichauf und könnten das politische Machtgefüge erneut verschieben. Die AfD bleibt mit überraschend hohen Umfragewerten auf Platz drei, während SPD und FDP scheinbar weiter zurückfallen – ein Trend, der Sorgenfalten bei den einst etablierten Volksparteien hervorrufen dürfte. Ministerpräsident Kretschmann bleibt populär, die endgültigen Mehrheitsverhältnisse und Koalitionsoptionen sind allerdings noch völlig offen.
Zusätzliche aktuelle Erkenntnisse aus anderen Quellen: Laut der Süddeutschen Zeitung beschäftigt vor allem die derzeitige Unsicherheit innerhalb der Ampel-Koalition die Bürger sowie die Debatte um Wirtschaft und Migration, was auch die Volatilität bei den Wahlabsichten erklärt (vgl. www.sueddeutsche.de). Die FAZ hebt hervor, dass Baden-Württemberg für viele Parteien ein bundesweites Stimmungsbarometer sei und auch bundespolitische Krisen wie Energiethemen und Flüchtlingspolitik stark auf die Landeswahl ausstrahlen (vgl. www.faz.net). Auf ZEIT ONLINE findet sich die Analyse, dass sich viele Wähler:innen von etablierten Parteien abwenden und kleinere Parteien oder gar Nichtwahl in Betracht ziehen – und dass neue Koalitionen nach der Wahl durchaus möglich scheinen (vgl. www.zeit.de).