Teil Eins: Retten am Rand
Das Krankenhaus in Wriezen: Irgendwie das Paradebeispiel für die medizinische Misere auf dem Land. Wenig Personal, noch weniger Geld, ein fast absurdes Einzugsgebiet – und eine Bevölkerung, die immer älter wird. Die steigenden Kosten und die nie endenden Gesundheitsreformen setzen das Haus gehörig unter Druck. Im ersten Teil der Reportage wird klar: Hier läuft der Laden nur, weil viele Mitarbeitende ständig über sich hinauswachsen.
PatientInnen weisen oft eine weite Anfahrt auf, teils dreißig Minuten und mehr – Luxus ist das keiner. Auch Kai Wilke, Notarzt und so etwas wie der Feuerwehrmann unter den Provinzrettern, weiß ein Lied davon zu singen. Schwerkranke müssen häufig rasch in größere Kliniken verlegt werden, weil vor Ort die Kapazitäten fehlen. Die erfahrene Anästhesieschwester Birgit Matthes hält alles zusammen, während Julia Kraushaar, junge Mutter und werdende Chirurgin, Tag und Nacht für das Haus und ihre Patienten im Einsatz ist. Internationale KollegInnen, etwa aus Indien, sind längst unverzichtbar. Sie geben mit ihrer Entscheidung, zu bleiben oder zu gehen, auch ein Stück Zukunft für das Krankenhaus vor. Junge Menschen wie Janina Buhe trotzen dem Landfluchttrend und halten den Rettungsdienst am Laufen. Geschäftsführerin Katja Thielemann kämpft unermüdlich mit der Bürokratie.
Teil Zwei: Klinik auf der Kippe
Die zweite Sendung dreht sich um das fragil gewordene System Krankenhaus: Wie soll es in der Provinz auf Dauer weitergehen? In Wriezen ist klar: Ohne persönlichen Einsatz jedes Einzelnen gäbe es diese medizinische Grundversorgung längst nicht mehr. Die Reportage stellt Fragen an die Politik und sucht Antworten darauf, wie solche Kliniken auch in Zukunft bestehen können.
Kontakt: ZDF Kommunikation, pressedesk@zdf.de. LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/zdf/
Quelle: ZDF, Original über news aktuell, mehr unter
Der Zweiteiler "Die Landklinik" nimmt die tatsächlichen Herausforderungen einer Klinik im ländlichen Brandenburg ungeschönt unter die Lupe und zeigt, vor welchen Problemen kleine Krankenhäuser stehen: Personalnot, finanzielle Engpässe, Reformdruck – und doch große Leidenschaft der Belegschaft. Daneben ist das Kliniksterben auf dem Land kein Einzelfall: In ganz Deutschland schließen immer mehr kleine Häuser, während die Politik noch nach langfristigen Lösungen sucht. Aktuell wird lebhaft diskutiert, wie regionale Versorgung weiter gewährleistet werden kann – von Telemedizin über neue Finanzierungsmodelle bis hin zu gezielter Förderung ausländischer Fachkräfte. Laut neuesten Recherchen ist das Problem des Ärztemangels auf dem Land weiter akut, wie unter anderem „Die Zeit“ und „FAZ“ berichten. Viele Regionen – nicht nur in Ostdeutschland – kämpfen mit ähnlichen strukturellen Schwächen, und Initiativen wie rollende Arztpraxen und mehr Anreize für junge Mediziner:innen werden erprobt. Der Film gibt Einblicke in die täglichen Heldengeschichten hinter nüchternen Zahlen und Statistiken und dokumentiert den Balanceakt zwischen ärztlichem Ethos und ökonomischen Zwängen.