Grüne Jugend weist Tübingens Palmer offenbar von Wahlparty ab

Jugendliche Mitglieder der Grünen haben Boris Palmer, den Oberbürgermeister von Tübingen, auf einer Wahlveranstaltung der Partei in Stuttgart angeblich zum Verlassen aufgefordert.

heute 15:27 Uhr | 3 mal gelesen

Es ist wohl einer dieser Abende, die man so schnell nicht vergisst – zumindest nicht als Boris Palmer. Kaum hatte er das Foyer der Grünen-Wahlparty betreten, wurde er laut eigenen Angaben direkt von zwei jungen Männern der Grünen Jugend angesprochen. Ihre Aufforderung soll recht deutlich gewesen sein: Er solle gehen, weil er „Cem schade“ – gemeint ist wohl Cem Özdemir – und ohnehin niemand ihn eingeladen habe. Schon hart, diese direkte Art. Die Grüne Jugend Baden-Württemberg schwieg zu diesen Vorwürfen, wie das Magazin berichtet. Erstaunlich ist: Palmer ist seit Längerem eine Reizfigur, spätestens seit seinem Austritt 2023 nach diversen Skandalen. Sogar der Ostelsheimer Bürgermeister Ryyan Alshebl bestätigte das ungemütliche Aufeinandertreffen: Das Gespräch sei ungut gewesen, wobei er explizit sagte, Palmer habe den Ton nicht gesetzt. Er kommentierte mit einem scharfen Vergleich – so mieses Verhalten habe er seit Grundschultagen nicht mehr erlebt. Unschöne Szenen auf einer Parteifeier, die eigentlich von Zusammenhalt leben sollte. Aber steht Politik nicht sowieso im Ruf, selten harmonisch zu sein?

Der Konflikt auf der Grünen-Wahlparty in Stuttgart fügt sich nahtlos in die jüngere Geschichte der Spannungen um Boris Palmer ein. Nach kontroversen Aussagen und der Trennung von den Grünen bleibt Palmer ein umstrittener Akteur im politischen Geschehen Baden-Württembergs. Interessant: Solche Vorfälle spiegeln die aktuellen innerparteilichen Dynamiken der Grünen wider – sie stehen für Streit um Haltung, Stil und Richtung zwischen Basis, Jugendorganisation und berühmten Einzelgängern. Übrigens spielt Palmers Rolle gerade auch angesichts anstehender Kommunalwahlen weiter eine Rolle, da viele Basis-Mitglieder zerrissen sind zwischen Parteidisziplin und individueller Prominenz. In Medien und Kommentarspalten zeichnet sich darüber hinaus eine wachsende Debatte über den Umgang mit Querdenkern wie Palmer innerhalb etablierter Parteien ab.

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