Im Kern werfen die Grünen Bundeswirtschaftsministerin Reiche vor, ihre Verbindung zu einem elitären, teils undurchsichtigen Treffen in Tirol herunterzuspielen. Besonders der Punkt, dass sie erst unter Druck und nach Medienrecherche ihre Teilnahme eingestand, wirft Fragen nach Transparenz und Vertrauen auf. Im Bundestags-Wirtschaftsausschuss fordern die Grünen nun öffentliche Aufklärung – und sehen im Widerstand gegen Öffentlichkeit ein Eingeständnis von fehlender Transparenz. – Recherchen zeigen, dass gerade in den vergangenen Tagen vielerorts über politische Verantwortung und Offenlegung von Kontakten im Regierungsapparat diskutiert wurde: So forderte die Süddeutsche Zeitung in einem aktuellen Kommentar neue Standards für den Umgang mit Lobbyisten im Ministerium. Der Spiegel berichtet indes über ähnliche Vorfälle in anderen Ressorts, mit dem Appell, politische Verstrickungen zügig zu klären. Zudem analysierte Zeit Online, wie der öffentliche Druck auf Regierungsmitglieder im digitalen Zeitalter stets intensiver wird – und wie sich Politiker gegen Transparenzforderungen wappnen. Damit steht Reiches Fall exemplarisch für aktuelle Demokratie-Diskussionen über Verantwortlichkeit und Offenheit.