Es ist beachtlich, wie sich der Phönix-Preis entwickelt hat: In den drei Kategorien „Innovation“, „Kommunikation“ und „Best Project“ wurden heuer insgesamt 71 Projekte eingereicht – ein sattes Plus gegenüber früheren Jahren. Bewertet wurde streng, die Jury unter Leitung von ÖWAV-Geschäftsführer Daniel Resch schaute sowohl auf Originalität als auch Praxistauglichkeit. Eine Neuerung: Das Publikum durfte erstmals per Online-Voting den Gesamtsieger küren – eine nette Idee, die zeigt, dass Beteiligung in der Abfallwirtschaft mehr ist als das Leeren der Biotonne.
Eine Übersicht, was besonders hervorstach: In der Innovationskategorie räumte Brantner green solutions mit einer Glas-Rückgewinnungsanlage aus Müllverbrennungsrückständen ab – das ist schon fast Science-Fiction, nur eben messbar nützlich. Lithium, Kupfer, Nickel und Kobalt – klangvoll und relevant – standen im Fokus des zweiten Platzes (Montanuniversität Leoben), deren Batterierecycling-Ansatz Lust auf Zukunft macht.
Bei der 'Kommunikation' ist der Fokus ein anderer: Der GVA Hollabrunn überzeugte mit einer spielerischen App, die für Jugendliche Recyclingwissen interaktiv und vielleicht ein bisschen cooler vermittelt. Lithium-Akkus werden zur Brandgefahr, doch verstanden wird das Thema erst, wenn die App pingt oder ein Lernvideo anschaulich zeigt, was Sache ist. Platz zwei in dieser Kategorie: Eine Wanderausstellung zum Thema Lebensmittelverschwendung der BOKU Wien, die Schüler:innen und deren Familien gezielt aufweckt.
Die Auszeichnung für das beste umgesetzte Projekt, sozusagen den 'Best Project'-Pokal, ging an die GzG Gipsrecycling GmbH: Gips-zu-Gips-Recycling – klingt wie ein Zungenbrecher, ist aber ein echter Durchbruch für die Bauindustrie.
Auffällig dieses Jahr: Alle Prämierten eint, dass sie mit konkreten Ansätzen zur Kreislaufwirtschaft beitragen und dabei sowohl technische als auch kommunikative Grenzen sprengen. Präsident Niederhuber und Minister Totschnig betonten, Abfallwirtschaft müsse mehr sein als Müll – sie ist die Ressource der Zukunft. Der ÖWAV spielt dabei seit 1909 eine Rolle, die kaum jemand außerhalb der Branche auf dem Schirm hat – aber das wird sich mit neuen Ideen und Preisen wie dem 'Phönix' wohl bald ändern.
Der österreichische Abfallwirtschaftspreis "Phönix" wurde 2026 zum 18. Mal verliehen und verzeichnete mit 71 Einreichungen eine Rekordbeteiligung. Der GVA Hollabrunn setzte sich mit einer digitalen Schnitzeljagd zur Aufklärung über Recycling in der Kategorie Kommunikation sowie in der Gesamtbewertung durch. Die ausgezeichneten Projekte reichten von innovativen Glasrückgewinnungsverfahren aus Müllverbrennungsrückständen bis zu einer neuen Gips-zu-Gips-Recyclinganlage, was die breite Innovationskraft der österreichischen Abfall- und Ressourcenwirtschaft unterstreicht.
ERGÄNZUNG (recherchiert):
- Die österreichische Kreislaufwirtschaft setzt verstärkt auf Digitalisierung und Bildung, wie auch die aktuellen Initiativen zur Förderung von Umweltbewusstsein im Schulalltag belegen (taz.de). Im europäischen Vergleich steht Österreich bei der Abfallvermeidung im oberen Drittel; dennoch betonen Experten, dass ambitionierte Ziele ohne gesellschaftliche Teilhabe und verbesserte Kommunikation schwer zu erreichen sind (dw.com).
- Parallel wird diskutiert, wie rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen – wie das neue EU-Kreislaufwirtschaftspaket – innovationsfreundliche Recyclingprojekte in kleinen und mittleren Städten spürbar fördern könnten (spiegel.de). Die Chancen, Wien und Regionen wie Hollabrunn als Vorbilder für nachhaltige Abfallstrategien zu etablieren, hängen laut Stimmen aus der Praxis auch von konsequenter Bürgerbeteiligung ab.