Handwerk erwägt spezielle Praktika für Wehrdienstleistende

Das deutsche Handwerk will Wehrdienst und Berufserfahrung enger verzahnen – durch Praxiseinsätze für Soldaten.

heute 07:27 Uhr | 2 mal gelesen

Ja, das klingt fast nach einem altmodischen Tauschgeschäft: Wer für sein Land Dienst tut, soll fürs echte Leben was mitnehmen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks schwirrt mit dem Gedanken, dass Soldaten während ihrer Wehrdienstzeit Praxisluft in Handwerksbetrieben schnuppern könnten – ob ein paar Tage oder gleich etwas mehr, ist noch offen. So jedenfalls flattert es durch die Presselandschaft, passenderweise in der "Bild". Was steckt dahinter? Ganz einfach: Das Handwerk will jungen Leuten nicht nur Schraubenschlüssel und Werkzeuge zeigen, sondern gleich die Welt, die sich hinter den Berufen verbirgt – und damit vielleicht für eine Ausbildung gewinnen. Interessant: Schon jetzt machen Wehrdienstleistende so einiges, was Handwerk atmet – von Notbrücken bauen über Wartung von Fuhrparks bis hin zu Wasserleitungen checken. Und, das darf nicht untergehen, beim Bund lernt man ja nicht nur Nägel mit Köpfen machen, sondern auch Durchhalten, Miteinander und Pünktlichsein – alles Dinge, die im Handwerk Gold wert sind. Mit der Kooperation hofft man nicht zuletzt, dem Fachkräftemangel ein Schnippchen zu schlagen. Und klar: Wenn Leute im Wehrdienst Praxis kriegen, fällt der "zeitweise Entzug" vom Arbeitsmarkt vielleicht weniger stark ins Gewicht.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) schlägt vor, dass Wehrdienstleistende während ihrer Dienstzeit zum Beispiel ein- oder mehrtägige Praktika in Handwerksbetrieben absolvieren können. Ziel ist es, die Soldatinnen und Soldaten für handwerkliche Berufe zu begeistern, indem sie typische Aufgaben und die Vielfalt des Handwerks hautnah erleben. Diese Verbindung könnte neben dem Fachkräftemangel auch die Anerkennung des Wehrdienstes steigern, da Kompetenzen wie Teamarbeit, Zuverlässigkeit und Belastbarkeit gestärkt werden. Neuere Entwicklungen zeigen, dass nach der politischen Diskussion um die Rückkehr zur Wehrpflicht auch viele Betriebe befürchten, weitere junge Leute an den Arbeitsmarkt zu verlieren – weshalb innovative Wege, wie dieser, hoch im Kurs stehen.

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