Parallel dazu hat Israel mit überraschender Härte Ziele im Libanon bombardiert. Laut Berichten aus Beirut sind insgesamt mehr als 250 Menschen im Land ums Leben gekommen; alleine in der Hauptstadt hat das Bombardement über 90 Menschen das Leben gekostet. Im Gegenzug attackierte die Hisbollah mit mehreren Raketen Nordisrael. Die Frage, ob auch der Libanon Teil dieser brüchigen Waffenruhe ist, bleibt umstritten: Während beispielsweise Washington und Jerusalem ganz klar Nein sagen, beharren der Iran und auch Pakistan explizit darauf, dass auch dort derzeit Feuerpause herrschen müsse.
Besonders gespannt ist weiterhin die Lage an der Straße von Hormus, jener Flaschenhals des internationalen Öltransports. Dort hat Teheran den Schiffsverkehr wieder gestoppt – gerade das stand im Mittelpunkt der amerikanischen Forderungen für einen Waffenstillstand. Ob und wann sich die Situation entspannt und Tanker wieder freie Fahrt haben, ist völlig offen. Ab Freitag jedenfalls sollen in Islamabad politische Friedensgespräche stattfinden – ob die halten, was alle ersehnen, bleibt abzuwarten.
Die Situation im Nahen Osten bleibt überaus angespannt, obwohl zwischen den USA und dem Iran eine Waffenruhe verabredet wurde. Israelische Luftangriffe auf den Libanon mit zahlreichen Toten, die Vergeltung durch die Hisbollah, sowie die anhaltenden Unsicherheiten um die Straße von Hormus zeigen, wie fragil die Lage tatsächlich ist. Friedensgespräche in Islamabad werden nun als möglicher Ansatz angesehen, um aus diesem äußerst labilen Zustand einen echten Fortschritt zu machen, doch Skepsis bleibt angebracht. International kursieren aktuell verschiedene Berichte, die weitere Facetten beleuchten: Medien wie die FAZ und ZEIT berichten etwa, dass seit Beginn der vereinbarten Waffenruhe die Zahl kleinerer Zwischenfälle sogar zugenommen hat, was auf eine mögliche Eskalation hindeutet. Analysen der Süddeutschen und von taz thematisieren zudem die Rolle externer Akteure wie Russland und China, die ihre diplomatische Position ausbauen und möglicherweise als Vermittler auftreten könnten. Zum aktuellen Zeitpunkt ist offen, wie lang die Waffenruhe hält; entscheidend dürfte das Verhalten vor Ort sein, gepaart mit internationalem Druck und den Ergebnissen der Gespräche in Islamabad.