Hapag-Lloyd: Kostenexplosion durch blockierte Hormus-Passage – Was das für die Reederei und die Welt bedeutet

Die angespannte Situation im Nahen Osten trifft den Hamburger Container-Riesen Hapag-Lloyd mitten ins Herz – und zwingt das Unternehmen, mit millionenschweren Zusatzkosten zu jonglieren.

heute 14:00 Uhr | 4 mal gelesen

Da fährt man jahrelang eingespielte Routen – und plötzlich hängt alles am seidenen Faden. Die Blockade der wichtigen Schifffahrtsstraße im Persischen Golf sorgt bei Hapag-Lloyd für spürbare Turbulenzen. Vorstandschef Rolf Habben Jansen gab RTL und ntv zu Protokoll, dass aktuell sechs Hapag-Lloyd-Schiffe mitsamt 150 Mann Besatzung im Golf festsitzen. Die Versorgung funktioniert immerhin noch; Essen und Frischwasser reichen, vorerst jedenfalls. Aber trotzdem – reizen tut man die Situation besser nicht. Denn die Schiffe können schlicht nicht abziehen. Unterdessen rechnen die Hamburger eifrig nach: Jede Woche, in der die Blockade andauert, sprengen Zusatzkosten von 40 bis 50 Millionen Dollar das bisherige Budget. Versicherungen schnellen in die Höhe, das Bunkern von Treibstoff ist mittlerweile ein teures Vergnügen (50 Prozent Mehraufwand!), und alleine das Warten kostet – Container stehen immerhin nicht gratis herum. Am Ende, so offenbart Habben Jansen, wird das alles wohl in irgendeiner Form bei den Kunden landen. Die Reederei kann die Welle wohl kaum selbst schultern, „das können wir auch nicht so locker wegstecken“. Was bleibt, ist Unsicherheit: Wie lange zieht sich der Konflikt hin? Ein paar Wochen – verschmerzbar möglicherweise. Ein halbes oder gar ganzes Jahr? Schwer vorstellbar, welche Kettenreaktion das global auslösen könnte.

Die Sperrung der Straße von Hormus im Zuge des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten hat bei Hapag-Lloyd zu massiven logistischen und finanziellen Problemen geführt. Sechs Schiffe mit etwa 150 Besatzungsmitgliedern sitzen derzeit fest, die Versorgung ist nach aktuellem Stand aber gewährleistet. Der Mehrkostenberg wächst wöchentlich um etwa 40 bis 50 Millionen Dollar und betrifft insbesondere Treibstoff, Versicherungen und Lagergebühren; perspektivisch seien auch die Kunden von deutlich steigenden Preisen betroffen. Die Weltwirtschaft steht unter Druck, insbesondere weil der Zeitraum der Blockade schwer abschätzbar bleibt – Experten warnen, dass eine langanhaltende Sperrung einen Dominoeffekt auf Lieferketten und Handel haben könnte. In aktuellen Medienanalysen wird zudem auf die fragilen internationalen Beziehungen und die Verwundbarkeit des globalen Warenverkehrs hingewiesen: Die Houthi-Miliz, mit Unterstützung aus dem Iran, sorgt laut SZ und Spiegel im Roten Meer weiterhin für Extremrisiken, wodurch viele Reedereien teure und riskante Umwege in Kauf nehmen musten, was wiederum Wartezeiten und Frachtraten drastisch erhöht.

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