Hausärztemangel trotz mehr Ärzten: Verbandschef warnt vor Sparplänen der Kassen

Obwohl die Zahl der Ärzte steigt, spitzt sich die ambulante Versorgung zu. Der deutsche Hausärzteverband sieht durch Kürzungsideen der Kassen eine Verschärfung – und fordert, bestehende Lösungen nicht zu ignorieren.

heute 06:59 Uhr | 3 mal gelesen

Teamarbeit im Praxisalltag – ein Vorschlag, der eigentlich nicht neu ist, könnte laut Hausärzteverband helfen, Ärzte in ihren Praxen zu entlasten. Markus Beier, Bundesvorsitzender, kritisiert gleichzeitig deutlich die erneuten Sparvorhaben der Krankenkassen: 'Es ist wirklich paradox. Wir wissen schon lange, was hilft, und dann wird bei den Honoraren gekürzt.' Zunehmende Teilzeitmodelle und ein Interesse am Hausarztberuf unter Studierenden reichten eben nicht aus, um Lücken zu stopfen, so Beier. Vor allem beim Thema Entbudgetierung wird es ernst: Streicht man hier, entscheiden sich noch weniger Nachwuchsmediziner für diesen Weg – und ganze Praxen müssten bald schließen. So droht auch bei Hausarztterminen, was viele Patienten von Fachärzten schon kennen: monatelange Wartezeiten. Wer die Rahmenbedingungen verschlechtere, verpasse die Chance, eine Krise abzuwenden.

Hausärzte in Deutschland schlagen erneut Alarm: Trotz eines Anstiegs an Ärzten, besonders im Angestelltenverhältnis und verstärkt in Teilzeit, verschärft sich die Unterversorgung vielerorts. Der Hausärzteverband fordert weitere Schritte zur Unterstützung, insbesondere klare Finanzierungszusagen und die Förderung von Teamarbeit in Praxen, um Vereinbarkeit und Arbeitsentlastung zu schaffen – laut aktuellen Studien steigern solche Konzepte die Effizienz und Attraktivität des Berufs deutlich. Angesichts geplanter Sparmaßnahmen warnen Experten, dass die Abschaffung der Entbudgetierung und mögliche Budgetkürzungen die Versorgung weiter verschlechtern, was sowohl für Patienten als auch die medizinische Nachwuchsgewinnung erhebliche Konsequenzen hätte.

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