Eigentlich ist es jedes Mal das gleiche Spiel: Sobald die Benzinpreise klettern, taucht die Diskussion um die Pendlerpauschale wieder auf. Marcel Fratzscher, Kopf des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, hält eine Erhöhung allerdings für ein ziemlich teures Strohfeuer. Klartext: Die Maßnahme würde laut ihm soziale Schieflagen weiter verschärfen und das mit viel Aufwand. Ein paar Zahlen, ein paar Euros, doch vieles davon würde bei denen landen, die sowieso schon besser verdienen. Im Grunde, so meint Fratzscher, sind die steigenden Kosten für Lebensmittel derzeit das drängendere Problem. Statt sich an der Pendlerpauschale abzuarbeiten, solle die Bundesregierung lieber in nachhaltige Entlastungen investieren. Die Deutsche Umwelthilfe kann sich diesem Urteil nur anschließen: Für Robin Kulpa wäre ein günstiges Deutschlandticket der klügere Weg. Auch ein Tempolimit steht auf seiner Wunschliste. Pikantes Detail am Rande: Laut Berichten zeigt sich Bundeskanzler Merz der Idee einer deutlich höheren Pauschale durchaus aufgeschlossen – von 38 auf 45 Cent pro Kilometer ist die Rede. Und damit: die Debatte dreht sich weiter.
Zusammengefasst dreht sich die momentane Diskussion um die Erhöhung der Pendlerpauschale vor allem um die Frage, wem diese steigenden Zuschüsse überhaupt nützen. Experten wie Fratzscher warnen, dass vor allem Besserverdienende profitieren, während Geringverdiener oft leer ausgehen. Die Umwelthilfe schlägt stattdessen einen anderen Weg vor und setzt auf attraktive Angebote für den öffentlichen Verkehr sowie energiepolitische Maßnahmen. Neuere Medienberichte und Kommentare kritisieren zudem, dass durch eine höhere Pauschale die dringend notwendige Verkehrswende ausgebremst werden könnte – insbesondere, weil sie Autofahren indirekt attraktiver macht. Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass soziale Ausgleiche effektiver über gezielte Direktzahlungen oder preiswerte ÖPNV-Angebote erreicht werden könnten. Die Bundesregierung steht nun vor dem Spagat, gerechte Entlastungen auf den Weg zu bringen, ohne dabei die Klimaziele aus den Augen zu verlieren.