Sicherheit und Wandel: Die TÜV NORD GROUP blickt auf 2025

Hannover – In einer Zeit, in der geopolitische Unsicherheiten, digitale Risiken und technologische Innovationen wie KI das wirtschaftliche Gefüge erschüttern, verändert sich auch die Rolle der TÜV NORD GROUP. Vorstand Dirk Stenkamp betont: Die Anforderungen wachsen, doch das Unternehmen treibt mit Sachverstand und Weitblick den Ausbau sicherheitsrelevanter Dienstleistungen entschlossen voran.

heute 11:51 Uhr | 3 mal gelesen

Rund 30.000 Firmen in Deutschland müssen sich mit neuen Berichtsvorgaben nach der europäischen NIS2-Richtlinie arrangieren. Zeitgleich sorgt das kürzlich in Kraft getretene KRITIS-Dachgesetz bundesweit für striktere Regeln zur Absicherung unserer grundlegenden Infrastrukturen. Betroffen sind allen voran Energielieferanten, Wasserwerke, IT-Dienstleister, Logistikzentren und natürlich auch Industrie und Rechenzentren. Dirk Stenkamp griff auf der Jahrespressekonferenz den Berliner Stromausfall zu Jahresbeginn auf – laut ihm ein verschärfter Weckruf für mehr Aufmerksamkeit in Sachen kritische Infrastruktur. Cyberangriffe und gezielte Störungen nehmen zu, die Folge: stetige Nachschärfung von Sicherheitsmaßnahmen wird unerlässlich. TÜV NORD begegnet diesen Herausforderungen mit technologischem Know-how, vor allem bei der Früherkennung von Angriffen und Stärkung der Widerstandskraft – beispielsweise im Gesundheitssektor oder bei Energieversorgern. Dieser Fokus wird, so Stenkamp, weiter an Bedeutung gewinnen. Laut aktueller Forsa-Umfrage (über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im März 2026) sehen mehr als die Hälfte der Bevölkerung unabhängige Prüfstellen wie TÜV NORD in einer Schlüsselrolle, wenn es um die Kontrolle und Bewertung von Sicherheitsstandards geht. TÜV NORD wird dabei vor allem Objektivität und das Gespür für verborgene Schwachstellen zugesprochen. Diese Glaubwürdigkeit hebt sie von Wirtschaft und Behörden deutlich ab. Angesichts weltweiter Krisen und wachsender Spannungen engagiert sich TÜV NORD zunehmend in sicherheitskritischen Feldern: sei es bei Drohnen- und Zulieferprüfungen im Verteidigungsbereich oder der Feststellung, wie widerstandsfähig Infrastruktur wie Brücken, Straßen und Bahnen tatsächlich sind. Das Unternehmen sieht seine Kernkompetenz gerade auch darin, komplexe Beschaffungsprozesse beispielsweise im Militärwesen effizienter und transparenter zu gestalten. Im Jahr 2025 konnte der Konzern den Umsatz auf fast 1,8 Milliarden Euro steigern, das operative Ergebnis liegt mit knapp 95 Millionen Euro über dem Vorjahr. Während die Margen stabil blieben, verweist Finanzchef Jürgen Himmelsbach auf die Herausforderungen gestiegener Kosten und Gesetzesvorgaben im Inland – dem begegnet TÜV NORD mit mehr Effizienz, starker Digitalisierung und gezielten Investitionen, etwa in Cybersecurity-Lösungen. Die Übernahme der global agierenden EPI-Gruppe aus Singapur markiert einen besonderen Meilenstein: TÜV NORD avanciert damit zu einem der führenden Anbieter bei Audits und Zertifizierungen für Rechenzentren weltweit. Die Belegschaft wuchs trotz widriger Marktlage auf knapp 16.000 Menschen – ein Indiz für Vertrauen und die anhaltende Bedeutung hoher Qualitätsstandards. Die Digitalisierung bringt dabei nicht nur Effizienz, sondern eröffnet auch neue Arbeitsfelder, die motivierte Spezialisten erfordern. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen weiteren Rückenwind in den Bereichen Cybersicherheit, Defense und Resilienz, so Stenkamp: 'Erst Sicherheit ermöglicht wirtschaftliches und gesellschaftliches Handeln. Unsere Aufgabe ist es, Sicherheit sichtbar und überprüfbar zu machen – als verlässlicher Partner für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft.'

Die TÜV NORD GROUP befindet sich auf Wachstumskurs, getragen von neuen gesetzlichen Anforderungen – etwa der NIS2-Richtlinie und dem KRITIS-Dachgesetz – und einer strategischen Ausrichtung auf kritische Infrastruktur, Cybersecurity und internationale Expansion. Der Umsatz ist 2025 deutlich gestiegen, ebenso wie die Mitarbeiterzahlen, trotz eines von Rezession und Kostensteigerungen geprägten Marktumfelds. Besonders hervorzuheben ist die Akquisition der EPI-Gruppe, wodurch TÜV NORD zu einem wichtigen globalen Player im Bereich Rechenzentrum-Audits wird. Aktuell nehmen regulatorische Initiativen auf EU- und Bundesebene weiter Fahrt auf; der Fokus auf Versorgungssicherheit, Digitalisierung und Resilienz wächst, nicht zuletzt nach mehreren öffentlichkeitswirksamen Cyberangriffen auf deutsche Infrastrukturen in 2024 und 2025. Der Personalbedarf für Prüf- und Digitalisierungsprojekte steigt damit weiter. Die Nachfrage nach objektiver Prüfung und Zertifizierung – insbesondere unabhängig vom Staat – hat durch geopolitische Gefahren und deutliche Verschiebungen der Bedrohungslage laut Branchenportalen wie t3n und Zeit.de in diesem Jahr noch einmal signifikant angezogen.

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