Migrationsexperten kritisieren die erneute Verlängerung deutscher Grenzkontrollen scharf – Rechtsprofessor Daniel Thym weist darauf hin, dass Zurückweisungen künftig problematisch werden, weil mit dem Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS) ab Juni eine neue Rechtsgrundlage gilt. Für Constantin Hruschka gibt es derzeit kein rechtliches Fundament für das Fortbestehen der Kontrollen; er sieht darüber hinaus negative Auswirkungen auf den ohnehin angespannten europäischen Konsens in der Migrationsfrage und betont wirtschaftliche Nachteile. Das Thema wird politisch und gesellschaftlich ähnlich kritisch diskutiert: Die taz berichtet etwa über verschärfte Töne im aktuellen Diskurs um Grenzregime, während die Süddeutsche Zeitung die Belastung für Unternehmen und Pendler hervorhebt und Spiegel Online auf verschiedenartige Reaktionen innerhalb der Bundesregierung sowie in EU-Staaten verweist. Zusätzlich zeigt die Recherche, dass Innenminister Feidl vorschlägt, Grenzkontrollen nur temporär und zielgerichtet einzusetzen, anstatt sie pauschal zu verlängern, und dass Migrationsexperten grundsätzlich eine bessere europäische Zusammenarbeit fordern.
heute 17:30 Uhr