Hendrik Streeck: Schutz geht vor – Einschränkungen bei E-Zigaretten-Inhaltsstoffen im Fokus

Hendrik Streeck, CDU-Politiker und Drogenbeauftragter der Bundesregierung, verteidigt die geplanten Verbote bestimmter Inhaltsstoffe in E-Zigaretten mit dem Hinweis auf den Gesundheitsschutz. Das Bundesinstitut hat dazu klare Risikostoffe benannt.

heute 00:45 Uhr | 3 mal gelesen

Wenn man ehrlich ist, überrascht es kaum: Nach Jahren strenger Regeln für klassische Tabakprodukte soll jetzt auch bei E-Zigaretten ein genauerer Blick auf die Inhaltsstoffe gelten – so argumentiert jedenfalls Streeck. Der Drogenbeauftragte, der für gewöhnlich kein Blatt vor den Mund nimmt, macht klar: Sobald Wissenschaftler warnen, steht der Staat in der Pflicht, etwas zu unternehmen. Allerdings, manchmal fragt man sich schon, ob die Mächtigen an alles denken – gibt’s nicht inzwischen ohnehin einen florierenden Schwarzmarkt für solche Produkte? Doch Streeck will offenbar genau das eindämmen. Auf der anderen Seite steht die Deutsche Krebshilfe, die noch viel weiter gehen möchte. Ihr Vorstand Nettekoven hält das Ganze nur für einen Mini-Schritt. Warum sich auf ein paar gefährliche Stoffe beschränken, wenn doch ganze Aromenpaletten – wie in Finnland oder den Niederlanden – verboten werden könnten? Für die Krebshilfe ist die Botschaft jedenfalls klar: Je weniger Kinder in die Versuchung kommen, desto besser für die Öffentlichkeit. Das Bundesernährungsministerium hatte die Debatte mit einem Verordnungsentwurf im Januar angestoßen – viele Stoffe stehen nun auf der Kippe.

Der Plan, bestimmte gefährliche Inhaltsstoffe in E-Zigaretten zu verbieten, stößt auf Zustimmung des Drogenbeauftragten Hendrik Streeck und Kritik durch die Deutsche Krebshilfe, die noch schärfere Regelungen wünscht. Laut Bundesinstitut sind 13 Substanzen identifiziert worden, denen erhebliche Gesundheitsrisiken zugeschrieben werden; das betrifft sowohl spezielle Kühlstoffe als auch das Süßungsmittel Sucralose. Die Diskussion fügt sich in einen europaweit wachsenden Trend zu strengeren Regeln für E-Produkte ein, wobei Länder wie Finnland und die Niederlande mit weiter gehenden Aroma-Verboten vorangehen. Neuen Berichten zufolge sehen Fachleute in Deutschland und der EU das wachsende E-Zigaretten-Angebot mit Sorge, weil gerade Jugendliche und junge Erwachsene sich verstärkt für solche Produkte interessieren. Manche Studien deuten an, dass die gesundheitlichen Langzeitfolgen des Dampfens nach wie vor nicht ausreichend erforscht sind – und die Industrie mischt, solange keine Verbote greifen, immer neue Geschmacksrichtungen und Zusatzstoffe ins Angebot. Verschiedene Organisationen mahnen deshalb auch eine bessere Aufklärung und stärkere Kontrolle des Online-Handels an, damit sich das Problem nicht ins Internet verlagert.

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