Spannend ist dabei: Die Erwartung einer Doppelspitze, also gemeinsam mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann, erteilt Höne eine klare Absage. Nein, sein Angebot sei ein Einzelangebot – kein Team-Deal. Er stellt aber klar, dass er sich über das Engagement weiterer markanter FDP-Köpfe wie Strack-Zimmermann oder auch Wolfgang Kubicki weiterhin freue. Offenbar möchte er keine internen Gräben aufreißen, sondern eher Brücken bauen.
Diese Kandidatur fällt in eine Zeit, in der innerhalb der FDP einiges im Fluss ist: Erst Anfang der Woche ließ der gesamte Bundesvorstand verlauten, er werde beim Parteitag im Mai geschlossen zurücktreten. Der noch amtierende Parteichef Christian Dürr sieht darin eine Möglichkeit, sich die Rückendeckung der Partei – und also seinen Kurs – bestätigen zu lassen. Er tritt erneut an, obwohl die Partei nicht nur mit schlechten Wahlergebnissen, sondern vor allem mit kräftigen Vertrauensverlusten kämpft. Höne sieht die Zeit reif für einen echten Bruch mit der Vergangenheit. Die Partei, so meint er, habe zu lange gezögert. Nur mit frischem Personal sei wirklich ein Neuanfang denkbar – für Christian Dürr sieht Höne im neuen Team keinen Platz mehr.
Henning Höne, bisherige FDP-Vize, will beim nächsten Bundesparteitag als alleiniger Kandidat für den Vorsitz antreten. Er distanziert sich dabei bewusst von der Aussicht auf eine Doppelspitze, auch wenn Mitglieder wie Strack-Zimmermann dazu bereit wären, und betont die Notwendigkeit eines klaren Neuanfangs für die Partei. Hintergrund ist die breite Unzufriedenheit mit dem Kurs, den der amtierende Vorsitzende Christian Dürr vertritt – die FDP leidet unter anhaltenden Wahlniederlagen und Vertrauensverlusten in der Bevölkerung, sodass ein kompletter Neubesetzung der Führungsspitze nun zur Debatte steht.
Jüngste Recherchen zeigen, dass gerade vor der Europawahl und angesichts schwacher Umfragewerte die Diskussion um die strategische Ausrichtung der Liberalen drängender wird. Während Dürr für Kontinuität steht, wächst bei vielen Mitgliedern – und nicht zuletzt in der Parteibasis – der Wunsch nach Veränderung; dies zeigte sich zuletzt auch in Bezirksverbänden, die sich für einen personellen Wechsel aussprechen. Analysten deuten darauf hin, dass die Personaldebatte symptomatisch für die Herausforderungen kleinerer Koalitionspartner in Regierungsbündnissen ist; gerade dann, wenn Kompromisse die eigene Identität verwässern.