Manchmal hat das Leben ein eigenes Talent für absurde kleine Geschichten. Zum Beispiel, wenn ein Huhn Namens-wechselnd unterwegs ist – aus 'Pipsi' wird plötzlich 'Henrietta'. Aber von vorn: Die Besitzerin, die lieber anonym bleibt (wer kann es ihr verdenken, angesichts des schrägen Vorfalls?), erzählte über den Vogelnotruf: Ihr Huhn sei irgendwie zu gerne unterwegs. Sobald irgendwo auf dem Hof ein Lieferwagen steht und seine Tür öffnet, schlüpft 'Henrietta' mit der Selbstverständlichkeit einer Weltreisenden hinein, quasi als geheimes Festpassagierchen. Keiner merkt’s. Plötzlich tuckert der Wagen zum Hauptbahnhof. Irgendwo wird ausgeladen, und das Huhn steht da – neugierig, verwundert, vielleicht ein wenig empört über den ungewohnten Ortswechsel.
Eine Bahnhofsbesucherin fängt das federnde Findelkind ein und übergibt es der Bundespolizei, die ihr vorläufig den Namen 'Henrietta' verpasst. Die Besitzerin weiß längst um die Wanderlust 'ihres' Huhns: Sie sagt immer wieder, fast gebetsmühlenartig, zu den Fahrern – 'Bitte Türe zumachen, sonst geht das Huhn auf Tour.' Nach dem Wochenende das große Wiedersehen: Mithilfe eines Fotoabgleichs wurde klar – genau dieses Huhn gehört tatsächlich nach Moosach zurück. Kleine Unsicherheiten blieben zwar, denn Hühner sehen sich bekanntlich ziemlich ähnlich, aber diesmal passte einfach alles. Heute geht’s zurück zur Hühnertruppe, als wäre nichts gewesen.
Es bleibt eine dieser Geschichten, bei denen man fast versucht ist, ein wenig zu schmunzeln. Und vielleicht die Tür vom nächsten Lieferwagen zweimal kontrolliert.
Das Huhn 'Henrietta', das eigentlich auf den Namen 'Pipsi' hört, sorgte durch seine eigenwillige Lust am Mitfahren für ein kleines Medienecho. Nach einem Ausflug mit einem Lieferwagen und einem spontanen Zwischenstopp am Münchner Hauptbahnhof wurde das Tier von der Bundespolizei eingesammelt und später durch einen Fotovergleich seiner ursprünglichen Besitzerin in Moosach zugeordnet. Die Geschichte, inzwischen vielfach geteilt und kommentiert, wirft einen kuriosen Blick auf das manchmal überraschende Eigenleben von Haustieren – zugleich wurden Rufe nach besserer Aufmerksamkeit im Umgang mit Tieren auf landwirtschaftlichen Höfen laut.
Recherchen in den letzten 48 Stunden zeigen, dass das Schmunzel-Thema von mehreren großen Medien aufgegriffen wurde. Viele berichten davon, mit welchem Eifer und Humor die Community der Vogelbesitzer und Tierliebhaber reagierte. Auch regionale Polizei und Tierschutzorganisationen nutzen den Anlass, um auf die Wichtigkeit der Tierkennzeichnung und vorsichtige Transportbedingungen hinzuweisen.