Mal ehrlich: Wer schon mal verzweifelt nach einer Wohnung gesucht hat, ahnt, wie vertrackt das Thema ist. Ausgerechnet jetzt warnt Clemens Fuest, der Ifo-Präsident, davor, die Mietpreisbremse noch weiter auszureizen. Wörtlich sagte er, der Markt friere dann ein und bewegungswillige Mieter – etwa junge Leute oder jene, die für einen neuen Job umziehen wollen – hätten das Nachsehen. Die Denkweise dahinter: Wenn Gewinne durch Investitionen in neue Gebäude ausbleiben, weil die Rendite wegen eingefrorener Mieten sinkt, ziehen sich viele Bauherren komplett zurück. Das wiederum mache die ohnehin schon zu knappen Wohnungen noch knapper.
Interessant ist auch das Ergebnis der Berechnungen, die zeigen: Für neue Wohnungen werden zum Teil 30 Prozent höhere Mieten verlangt als in alten Beständen, in beliebten Großstädten sogar etwa die Hälfte mehr. Für viele bedeutet das: Umziehen wird zur finanziellen Hürde. Besonders ältere Menschen bleiben dann – verständlicherweise – lieber im (eigentlich zu großen) alten Zuhause sitzen, als sich den Stress eines viel teureren Umzugs anzutun.
Fuest ist daher Gegner härterer Mietpreisbremsen. Lieber solle der Wohnungsbau erleichtert und der vorhandene Bestand besser genutzt werden, etwa durch Anreize zum Umzug. Nur so – betont er – könne man das ewige Spiel von Angebot und Nachfrage endlich ins Gleichgewicht bringen. Ob der Appell gehört wird? Ich wage es zu bezweifeln, aber die Debatte ist eröffnet.
Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, warnt vor einer weiteren Ausdehnung der Mietpreisbremse in Deutschland: Solche Eingriffe könnten Investoren abschrecken und den Wohnungsbau erheblich hemmen. Laut Fuest sind die Folgen vor allem für junge Menschen und Arbeitsuchende fatal, da Mobilität sinkt und Mietverhältnisse erstarren, was besonders in wachsenden Metropolen zu beobachten ist. Die Debatte über Mietregulierungen ist dabei jedoch nicht neu; Bundesregierungen versuchen seit Jahren, das Gleichgewicht zwischen Mieterschutz und Neubauförderung zu finden, mit bislang eher durchwachsenen Resultaten. Nachlesen lässt sich dazu u.a. auch, dass die aktuellen Neubaudaten laut Bundesamt für Statistik im Vergleich zum Vorjahr erneut rückläufig sind. Wohnungsbauprojekte stocken häufig aufgrund der hohen Baukosten und der Zinsentwicklung. Hinzu kommt, dass Mietervereinigungen den Fokus auf Rechte und Schutz für bestehende Mieter legen, während Wirtschaftsverbände und Immobilienbesitzer auf nachhaltige Investitionsanreize drängen.