Immer mehr Druck im Job: Gesundheitsprobleme und Demotivation nehmen zu, sagen Personalexperten

Köln – Viele deutsche Beschäftigte erleben derzeit spürbar mehr Stress bei der Arbeit. Laut einer groß angelegten Untersuchung von Civey im Auftrag der HR-Plattform Factorial empfinden knapp 59 Prozent der Berufstätigen in Deutschland einen Anstieg der eigenen Arbeitsbelastung in den vergangenen zwölf Monaten.

heute 11:05 Uhr | 3 mal gelesen

Der Anstieg des Arbeitsdrucks lässt sich vor allem auf den Mangel an Fachkräften, unsichere wirtschaftliche Zeiten und eine wachsende Flut an bürokratischen Aufgaben zurückführen.

Folgen, die in den Unternehmen sichtbar werden

Während die Beschäftigten dem steigenden Stress kaum mehr entgehen können, schlagen auch die Personalabteilungen Alarm: Krankmeldungen gehen nach oben (49,5%), Motivation und Engagement nehmen ab (41,7%).

Der Fachkräftemangel wirkt dabei doppelt: Firmen brauchen länger, um offene Stellen zu besetzen – das bestätigen fast 30 Prozent der befragten HR-Verantwortlichen.

Die Auswirkungen spürt nahezu jedes Unternehmen, sei es durch steigende Gesundheitsprobleme, sinkende Motivation oder stockende Rekrutierung.

Die Spirale dreht sich weiter – Ausblick auf das kommende Jahr

Mehr als sechs von zehn Personalerinnen und Personalern rechnen sogar damit, dass der Druck weiter zunehmen wird. Hinzu kommt, dass technologische Neuerungen – allen voran Künstliche Intelligenz – als ernste Veränderungen im Arbeitsalltag wahrgenommen werden. Jede fünfte befragte Person sieht hier einen der Haupttreiber im Wandel der Arbeitswelt.

Kommentar aus der Praxis
René Nießen-Moloney, zuständig für DACH bei Factorial, berichtet: "Das Klima in den Unternehmen ist aktuell extrem angespannt. Die steigenden Krankenstände und schwindende Motivation spiegeln die Veränderungen der Arbeitswelt wider. Unternehmen sollten jetzt handeln, um ihre Mitarbeitenden nicht noch mehr zu verlieren und sich selbst wirtschaftlich zu schützen."

Wer mehr wissen will: Den ausführlichen Report gibt’s hier.

Wie wurde geforscht?

Civey befragte Ende Februar 2026 rund 500 HR-Profis und 2.750 Arbeitnehmende online. Die statistischen Fehlermargen liegen, je nach Gruppe, bei 4,4 bzw. 2,5 Prozentpunkten – damit gelten die Ergebnisse als repräsentativ.

Wer ist Factorial?

Das 2016 in Barcelona ins Leben gerufene Unternehmen bietet eine KI-gestützte HR-Plattform, mit der mittlerweile über 15.500 Firmen weltweit ihre Prozesse optimieren.

Seit 2022 gilt Factorial als "Unicorn" und arbeitet weiter daran, kleine und große Unternehmen mit einfacher, intelligenter Software auszustatten.

Kontakt für Medien: Jakob Richter (jakob.richter@redgertcomms.com, 01590 1601090)

Der Arbeitsdruck in deutschen Unternehmen erreicht neue Höhen, was sich in steigenden Krankenständen und fehlender Motivation bei Mitarbeitenden niederschlägt. Neben Bürokratie und Fachkräftemangel rückt die Unsicherheit der wirtschaftlichen Lage sowie der technologische Wandel (vor allem im KI-Bereich) ins Zentrum der Herausforderungen. Interessant ist: Bei etlichen Firmen greift inzwischen eine spürbare Spirale – je weniger Personal, desto größer der Druck für die Übriggebliebenen, was wiederum Stress und Fehlzeiten erhöht. Viele deutsche Medien greifen das Thema auf: Etwa titelt die Süddeutsche Zeitung aktuell, dass sich Überstunden und Fehlzeiten häuften, während auf ZEIT Online über neue Pilotprojekte zur 4-Tage-Woche und ihre Auswirkungen auf Krankenstände berichtet wird. Bei Spiegel Online wiederum ist der Fokus auf das Zusammenspiel von digitalem Wandel, wirtschaftlichen Schwierigkeiten und gestörter Work-Life-Balance. Zahlreiche Expert:innen warnen vor einer Verfestigung der Entwicklung – und fordern flexibelere Arbeitsmodelle sowie stärkere Unterstützung durch die Politik.

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