Das Statistische Bundesamt hat am Montag neue Zahlen veröffentlicht und die haben es in sich: Auch ohne Großaufträge sanken die Auftragseingänge der hiesigen Industrie im April um genau 3,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Wer sich den Dreimonatsdurchschnitt anschaut, entdeckt ein interessantes Paradoxon: Insgesamt rutschten die Order von Februar bis April 2026 leicht (minus 3,1 Prozent) gegenüber den drei Monaten davor ab – wenn man die großen Brocken allerdings herausrechnet, zeigt sich sogar ein Plus von 3,5 Prozent. Was auf den ersten Blick nüchtern wirkt, steckt voller Details: Der Auftragseinbruch ist diesmal vor allem auf die schwächelnde Autoindustrie (minus 5,3 Prozent), die massive Delle beim Elektrogerätebau (minus 16,3 Prozent!) und den Maschinenbau (minus 7,4 Prozent) zurückzuführen. Das ist bemerkenswert, denn diese Branchen gelten eigentlich als Zugpferde. Im Bereich Investitionsgüter wurden 2,9 Prozent weniger geordert, Vorleistungsgüter sackten um 4,4 Prozent ab, und sogar bei Konsumgütern ging es um 6,7 Prozent nach unten. Die Auslandsnachfrage entwickelte sich unterschiedlich: Aus der Eurozone kamen spürbar weniger Bestellungen (minus 11,1 Prozent!), aber von außerhalb des Euroraums gab es immerhin einen kleinen Fingerzeig nach oben (plus 0,8 Prozent). Die Inlandsaufträge setzten ihre eher zähe Entwicklung fort (minus 2,9 Prozent). Wer etwas Optimismus sucht, findet ihn vielleicht im Umsatz: Der stieg im April – wenn auch nur minimal – um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat und lag auch etwas über dem April 2025. Ob das jetzt Hoffnung bringt? Der nächste Monat wird es zeigen.
Die Auftragseingänge der deutschen Industrie machten im April 2026 einen deutlichen Sprung nach unten. Besonders betroffen waren Schlüsselbranchen wie Automobil- und Maschinenbau sowie die Hersteller von elektrischer Ausrüstung. Während Auslandsaufträge aus der Eurozone stark einbrachen, konnten Unternehmen außerhalb der Eurozone der deutschen Industrie ein zartes Plus bescheren. Interessant dabei: Ohne große Einzelaufträge zeigt sich im Dreimonatsvergleich eine leichte Erholung – das ist im aktuellen Kontext nicht selbstverständlich. Zusätzlich zeichnet sich ab, dass die wirtschaftliche Unsicherheit, etwa durch schwankende Energiepreise und geopolitische Unruhe, weiterhin auf den deutschen Industriezahlen lastet. Laut Handelsblatt und FAZ wird die fragile Entwicklung von steigenden Finanzierungskosten und anhaltender Nachfrageschwäche im europäischen Markt begleitet. Einige Fachleute, etwa vom Münchner ifo-Institut, verweisen dennoch auf eine gewisse Stabilisierungstendenz im weiteren Jahresverlauf. Mit Blick auf verschiedene Quellen fällt außerdem auf, dass insbesondere mittelständische Betriebe größere Investitionen oft aufschieben oder ganz einstellen, was sich mittelfristig auf die ganze Kette auswirken könnte. Branchenanalysten warnen vor einer Abwärtsspirale, falls sich die Lage nicht bald verbessert.