Iran-Krieg sorgt für trübe Aussichten bei deutschen Konsumenten

Der andauernde Konflikt zwischen Iran und anderen Akteuren schlägt sich zunehmend auf die Laune der Verbraucher nieder. Das Konsumklima, gemessen durch den GfK-Indikator, fällt im April mit -28,0 Punkten auf ein noch tieferes Niveau als zuvor und erreicht damit einen neuen Tiefpunkt. Während die Lust auf größere Anschaffungen und der Hang zum Sparen derzeit wenig verändert erscheinen, nehmen Angst vor steigender Inflation und Zukunftssorgen rund um das verfügbare Einkommen spürbar zu.

heute 08:02 Uhr | 4 mal gelesen

Wenn ich mir das genauer anschaue, ist es ein Gemisch aus Unsicherheit und fast schon lähmender Sorge, was sich da im Konsumklima breitmacht. Zum einen trüben die düsteren Konjunkturaussichten das Bild, zum anderen macht der rasante Anstieg der Energiepreise kaum jemandem Mut. Die Leute rechnen fest mit weiteren Preissprüngen – kann ich nachvollziehen, das spürt inzwischen ja wirklich jeder in der Tankstelle oder beim Gas-Abschlag. Interessanterweise bleibt der Wunsch, größere Ausgaben zu tätigen, relativ stabil, nur mit leichten Einbußen im Vergleich zum Vorjahr. Parallel dazu ist das Bedürfnis, Geld lieber auf der hohen Kante zu lassen, weiterhin hoch und stagniert auf Rekordniveau. Was mich stutzig macht: 60 Prozent der Befragten glauben, dass Preise für Sprit und Heizkosten gar nicht mehr runtergehen werden. Das ist schon ein ziemlicher Stimmungsdämpfer. Und als ob das nicht reicht, gehen über 90 Prozent derjenigen, die pessimistisch in die Zukunft blicken, davon aus, dass der Iran-Krieg die Welt gefährlicher macht – ein Gefühl, das alles andere als beruhigend ist. Wenn man ehrlich ist, zeichnet diese Studie ein Bild, das derzeit wenig Spielraum für Optimismus lässt, zumindest wenn es um den privaten Konsum in Deutschland geht.

Die neue Verbraucherstudie des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (ehemals GfK) bestätigt: Der Konflikt in Iran und die daraus resultierenden Preissteigerungen bei Energie setzen deutschen Konsumenten massiv zu. Besonders auffällig ist der Rückgang bei den Erwartungen zum eigenen Einkommen – ein Wert, der sich nach Jahresbeginn gerade erst wieder etwas erholt hatte. Aktuelle Medienberichte zeigen, dass neben steigenden Kosten auch Unsicherheiten durch geopolitische Konsequenzen (z.B. Energieversorgung) und angekündigte Preiserhöhungen der Energieunternehmen die Stimmung weiter belasten. Die Diskussion um mögliche neue Sanktionen gegen Iran und die damit verbundene Unsicherheit für deutsche Wirtschaft und Exporteure verschärfen die Lage zusätzlich. Marktforscher warnen deshalb, dass die Kaufzurückhaltung anhalten könnte, falls es zu einem weiteren Anstieg der Energiepreise kommt oder wenn die globale Konjunktur sich nicht erholt. Im internationalen Vergleich liegt Deutschlands Konsumklima inzwischen abgeschlagen hinter vielen europäischen Nachbarn.

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