Mal ehrlich: Wer ahnt, was Abgeordnete so alles nebenbei machen? Laut einer Recherche, die auf einer Kooperation von 'Der Spiegel' und Abgeordnetenwatch basiert, offenbarten seit Beginn der laufenden Legislaturperiode mehr als ein Drittel der Parlamentarier finanzielle Zusatzquellen abseits ihrer Mandatsvergütung. Zusammengekommen ist dabei ein Sümmchen von mehr als 10,6 Millionen Euro, angesammelt in knapp 15 Monaten. Besonders spannend: Diese Nebenjobs sind zwar nicht verboten, müssen aber Regeln folgen – niemand darf quasi für eine bestimmte Stimmabgabe bezahlt werden, und der Hauptfokus sollte natürlich weiterhin dem Mandat gelten. Häufig vertreten sind die Abgeordneten bei gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessenverbänden, also etwa Stiftungen oder Gremien wie dem CDU-Wirtschaftsrat oder SPD-nahen Foren. Mehr als jeder zweite Volksvertreter von SPD, Grünen und Union pflegt solche Verbindungen. Auffällig ist zudem, dass Unionspolitiker oft im Finanzsektor und bei Arbeitgebervereinigungen engagiert sind. Noch ein Blick zur Seite: Ganze 40 Prozent sitzen noch in weiteren Gremien wie Land- oder Kreistagen, was bei AfD und Union sogar jeden zweiten betrifft. Besonders interessant – und vielleicht auch etwas überraschend – ist die enge Verzahnung mancher Parlamentarier mit ihrer Partei oder nahestehenden Organisationen: Hier liegt die SPD ganz vorne.
Im Bundestag ist die Praxis von Nebeneinkünften weit verbreitet, mit besonders auffälligen Summen und Verbindungen in wirtschaftsnahen Strukturen. Die Diskussion darüber reißt nicht ab: Während die Vorschriften klare Grenzen setzen, werden Transparenz und mögliche Interessenskonflikte immer wieder kritisch beleuchtet. In den letzten Tagen thematisierten Medien insbesondere die Rolle von Parteinetzwerken, die Gefahr, dass Mandate zur Karriereleiter für Lobbyjobs werden, und betonen die Notwendigkeit transparenter Offenlegung – wobei die Regelungen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch relativ lax wirken.