Donnerstagmorgen im Hessischen Rundfunk: Der große Moment für zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen. Noch vor der Preisverleihung tobte reges Treiben bei der begleitenden Ausbildungsmesse im Foyer – fast schon wie auf einem Fest, bei dem man gar nicht so recht weiß, wohin zuerst! Im Finale standen dann die besten Filme nebeneinander, moderiert von Noel Schmidt. Preise gab's unter anderem für den besten Film (ging nach Wiesbaden), für die spannendste Story (Herborn hat hier abgeräumt), für Schauspiel (Bad Emstal), Innovation (Wetzlar), den Nachwuchs (Maintal) und für Inklusion (Biedenkopf). Besonders: Jeder Beitrag brachte einen eigenen Ton mit, manchmal nüchtern, manchmal humorvoll oder ganz unbefangen – so unterschiedlich wie das echte Leben, das die Filme widerspiegeln. Insgesamt wurden Fördergelder von 14.000 Euro an die verschiedenen Gewinnergruppen ausgeschüttet. Wer neugierig ist: Schaut mal auf hr.de oder im hr-Fernsehen ab dem 10. August vorbei – die Filme laufen dort täglich früh am Morgen.
Der Wettbewerb „Meine Ausbildung – Du führst Regie“ hat schon Tradition: Zum 18. Mal konnten SchülerInnen, Vereine und Projekte ihre Ausbildungsfilme bei einer unabhängigen Jury einreichen. 58 Einreichungen gab es in diesem Jahr, davon schafften es sechs Filme aufs Siegertreppchen. Die Preisverleihung war nicht nur Auszeichnung, sondern auch Forum – mit kleinen Stolperern, viel Applaus und spontanen Dankesreden.
Eigentlich erstaunlich, wie vielfältig „Ausbildung“ gedacht und gefilmt werden kann – manchmal sehr ernst, dann wieder mit verblüffendem Humor. Und so sehr sich alles um die Karriere dreht, ging es mindestens ebenso um das, was man in keiner Stellenanzeige findet: Teamgeist, Neugier und Mut, Neues zu erzählen.
Der hr-Filmwettbewerb, der diesmal über 50 Beiträge versammelte, legt den Fokus auf die vielschichtigen Erfahrungen rund um Berufseinstieg und Ausbildungsalltag. Was bei den Jury-Entscheidungen immer wieder auffiel: Viele Beiträge richteten das Scheinwerferlicht auf Themen wie Diversität, soziale Teilhabe und die Herausforderungen in klassischen wie auch modernen Berufsbildern – ob mit nachdenklichem Blick oder durch spritzige Dialoge. Die diesjährige starke Resonanz lässt erkennen, dass gerade in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels solche Formate mehr Aufmerksamkeit bekommen und jungen Leuten Mut machen, offen über Wünsche, Zweifel und Hürden auf dem Weg ins Berufsleben zu sprechen.
Nach Online-Recherche zeigte sich: Die diesjährige Verleihung drehte sich auch um Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe und darum, wie Schule, Wirtschaft und Medien miteinander kooperieren, um Schüler*innen stärker ans Thema Ausbildung heranzuführen. Einige Artikel betonten außerdem, dass solche Wettbewerbe ein Gegenbild zu traditionellen Bewerbungsverfahren liefern und kreatives, unkonventionelles Denken rund um den Beruf fördern. Gerade die Prämierung inklusiver Beiträge setzt ein deutliches Zeichen: Ausbildungsrealität soll für alle sichtbar und erlebbar sein – von Werkbank bis Regieraum.