Junge Grüne stemmen sich gegen Rente mit 70

Eine Gruppe jüngerer Grünen-Politiker:innen aus Bundestag und Europaparlament wehrt sich gegen Pläne, das Rentenalter auf 70 anzuheben.

heute 06:59 Uhr | 2 mal gelesen

Im Schatten der aktuellen Debatte um Rentenreformen haben sich mehrere junge Bundestagsabgeordnete und EU-Parlamentarier der Grünen öffentlich gegen eine Rente ab 70 positioniert – das berichtet der 'Spiegel' unter Berufung auf ein neues Positionspapier. 'Wir halten an Blüms Aussage fest: Die Rente muss sicher sein', betont Timon Dzienus, einer der Initiatoren. Er sieht die Deutungshoheit über die Rente in Gefahr, wenn 'Renten-Rebellen' Angst und Unsicherheit schüren. Rückblick: Norbert Blüm sagte einst den iconischen Satz 'Die Rente ist sicher,', der wohl jedem im Ohr klingt, der die letzten vier Jahrzehnte Deutschland bewusst erlebt hat (blieb aber auch damals nicht unwidersprochen). Im Papier der Grünen steht klar: Mit 70 noch arbeiten? Keine realistische Vorstellung für die meisten Leute – besonders, wenn man auf die tatsächlichen Lebensläufe blickt, nicht auf Statistiktapeten. Die Autoren nennen Rentenkürzungen eine lebensfremde Idee und warnen vor einem Klima wachsender Altersarmut. Es gehe hier nicht nur um nackte Zahlen, sondern um Respekt und generationenübergreifende Fairness. Gegen die Klischees, so das Papier, sei das deutsche Rentensystem weniger wacklig als oft behauptet, der staatliche Zuschuss seit Ewigkeiten auf vergleichbarem Niveau – trotz mehr Rentner:innen. Das Ruder sei also nicht außer Kontrolle geraten, wie manche behaupten. Mit Blick auf die Zukunft schlagen die Grünen-Initiatoren vor, die kleinen Renten gezielt aufzubessern und das Rentenniveau langfristig mindestens bei 48 Prozent zu halten – noch lieber höher. Steuerreformen sollten aus ihrer Sicht dafür sorgen, dass Besserverdienende und sehr Vermögende stärker in die Verantwortung genommen werden; so könne die Rente auch künftig tragfähig bleiben. Karoline Otte, Mitautorin und eher links in der Partei, fordert, dass „diejenigen mit den dicksten Portemonnaies“ einen faireren Beitrag leisten sollen. Interessanterweise richtet sich das Papier auch gegen eine andere grüne Strömung: Sandra Stein und Till Steffen vom sogenannten Realo-Flügel hatten in der FAZ das Gegenteil gefordert – höhere Abschläge für Frühverrentung und eine Anhebung der Altersgrenze auf 68 bis zum Jahr 2043. Sie sehen das Rentensystem im Vertrauensverlust. Wie so oft bei den Grünen: Die Rentenfrage spaltet Alt und Jung, Realos und linkeren Flügel, und wahrscheinlich auch manchen Koalitionspartner.

Im aktuellen Streit zwischen den Generationen und Parteiflügeln der Grünen positionieren sich junge Bundestags- und Europaabgeordnete mit deutlicher Ablehnung gegenüber einer Rente mit 70, wie ein gemeinsames Positionspapier zeigt. Sie betonen die Stabilität des bisherigen Systems, fordern gezielte Verbesserungen für niedrigere Renten und plädieren für eine fairere Verteilung der Steuerlast zugunsten der gesetzlichen Rente. Laut tagesaktuellen Medienberichten vom 6.6.24 bleibt die Debatte über die Finanzierung, das Rentenniveau und das Eintrittsalter scharf – gerade weil der demografische Wandel ohnehin massiven Druck auf das deutsche Sozialsystem ausübt. Weitere Aspekte, wie die konkreten Reformvorschläge von Union und SPD (etwa Aktienrente oder das Prinzip der Erwerbstätigenversicherung), finden aktuell ebenfalls viel Beachtung in der Presse. Während die Bundesregierung an der Umsetzung der „Generationengerechtigkeit“ arbeitet, zeigen sich gerade junge Grüne skeptisch gegenüber pauschalen Erhöhungen des Renteneintrittsalters und pochen auf einen sozial ausgewogeneren Kurs im Umgang mit Altersarmut und Umverteilung.

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