Jusos fordern klare Konsequenzen nach Wahl-Debakel in Mainz

Nach der herben Niederlage der SPD in Rheinland-Pfalz machen die Jusos massiven Druck und verlangen einen grundlegenden Wandel innerhalb der Sozialdemokraten. Vorsitzender Philipp Türmer sieht ein „Desaster“ für die gesamte Partei und mahnt spürbare Reaktionen an.

heute 19:32 Uhr | 1 mal gelesen

Die Spitze der SPD scheint zwar fleißig in der Regierung zu werkeln, doch turbulent-neue Impulse oder eine frische Parteigeschichte bleiben aus. So sieht es zumindest Juso-Chef Philipp Türmer, der öffentlich fordert, dem Absturz der Partei nicht stumpf zuzusehen. Was sich ändern muss, lässt er zwar im Detail offen – aber dass wirklich alles auf den Prüfstand gehört, sieht er als unumgänglich: Programme, Strukturen, auch Köpfe. Ehrlich gesagt wundert es mich kaum, dass die SPD an der Basis unruhig wird. Wer jetzt so tut, als reiche ein wenig Kosmetik, macht sich quasi mitschuldig am Niedergang. Es geht laut Türmer nicht um Rheinland-Pfalz allein oder eine schlechte Umfrage; das Dilemma sitzt tiefer. Ralf Stegner, alter SPD-Fuchs und Außenpolitiker, klingt ähnlich beunruhigt: Nach so einem Absturz hilft dieses Besserwisser-Gehabe am Wahlabend null, meint er. Aber eines sei auch klar: Einfach weitermachen wie bisher – das ist keine Option, Punkt. Selbst SPD-Chef Klingbeil, der sich ungern die Schuhe schmutzig macht, gibt inzwischen zu, dass die Bundespartei hauptverantwortlich ist. Was auch immer jetzt folgt – die Debatte um Reformen und einen echten Neuanfang scheint erst anzufangen.

Die Jusos stehen nach der Wahlniederlage in Mainz auf den Barrikaden und fordern von der SPD-Führung einen echten Bruch mit alten Mustern; sie mahnen, dass ohne grundlegende Veränderungen – von Personal über Inhalte bis zum Selbstverständnis – die Zukunft der Partei düster aussieht. Besonders ins Gewicht fällt die Wortmeldung von Philipp Türmer, der den Parteichefs eine gewisse Ideenlosigkeit vorwirft und der Verwaltung eines Abwärtstrends kritisiert. Doch auch gestandene Genossen wie Ralf Stegner schlagen Alarm und sehen die Notwendigkeit zu grundlegenden Kurskorrekturen – was sogar SPD-Chef Klingbeil einräumt. Interessanterweise steht die SPD bundesweit unter deutlichem Druck: In Umfragen sinken die Werte, interne Debatten reißen nicht ab, und SPD-Mitglieder verlangen von der Parteiführung mehr als nur minimale Korrekturen. In anderen Bundesländern brodelt es bereits – selbst solide Bastionen geraten ins Wanken, und die Konkurrenz, etwa von Grünen und CDU, nimmt die SPD als Regierungspartner kaum noch wahr. Viele kritische Stimmen bemängeln die fehlende soziale Erzählung, verlorenes Vertrauen der Wähler und zu sprunghafte Kommunikation; sogar aus der Mitgliederschaft werden Rücktritte und die Rückbesinnung auf linke Kernthemen gefordert. Nach Recherchen stützen jüngste Medienberichte diesen Eindruck, etwa wenn Analyse-Artikel oder Stimmen aus der Parteibasis nach neuen Führungspersönlichkeiten oder dem Bruch mit dem bisherigen Kurs rufen.

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