Die Jusos stehen nach der Wahlniederlage in Mainz auf den Barrikaden und fordern von der SPD-Führung einen echten Bruch mit alten Mustern; sie mahnen, dass ohne grundlegende Veränderungen – von Personal über Inhalte bis zum Selbstverständnis – die Zukunft der Partei düster aussieht. Besonders ins Gewicht fällt die Wortmeldung von Philipp Türmer, der den Parteichefs eine gewisse Ideenlosigkeit vorwirft und der Verwaltung eines Abwärtstrends kritisiert. Doch auch gestandene Genossen wie Ralf Stegner schlagen Alarm und sehen die Notwendigkeit zu grundlegenden Kurskorrekturen – was sogar SPD-Chef Klingbeil einräumt. Interessanterweise steht die SPD bundesweit unter deutlichem Druck: In Umfragen sinken die Werte, interne Debatten reißen nicht ab, und SPD-Mitglieder verlangen von der Parteiführung mehr als nur minimale Korrekturen. In anderen Bundesländern brodelt es bereits – selbst solide Bastionen geraten ins Wanken, und die Konkurrenz, etwa von Grünen und CDU, nimmt die SPD als Regierungspartner kaum noch wahr. Viele kritische Stimmen bemängeln die fehlende soziale Erzählung, verlorenes Vertrauen der Wähler und zu sprunghafte Kommunikation; sogar aus der Mitgliederschaft werden Rücktritte und die Rückbesinnung auf linke Kernthemen gefordert. Nach Recherchen stützen jüngste Medienberichte diesen Eindruck, etwa wenn Analyse-Artikel oder Stimmen aus der Parteibasis nach neuen Führungspersönlichkeiten oder dem Bruch mit dem bisherigen Kurs rufen.