„Rheinland-Pfalz kehrt zurück zur CDU“, rief Gordon Schnieder unter lautem Applaus auf der Wahlfeier in Mainz. Mit beinahe zögerndem Stolz, aber nicht ganz ohne kleine Seitenhiebe auf die Konkurrenz, erklärte er: „An uns führt in den nächsten Jahren kein Weg mehr vorbei.“ Schnieder gab sich dabei betont abwartend – das amtliche Endergebnis blieb abzuwarten, eine nüchterne Note im Siegestaumel. Laut den parallel laufenden Hochrechnungen von ARD und ZDF kommt die CDU im Durchschnitt auf 30,6 Prozent; das ist ein ziemlicher Ruck nach mehreren eher durchwachsenen Jahren und der Tatsache, dass die Partei zuletzt nicht an der Macht war. Die SPD sackt auf 26,7 Prozent – eine historische Talfahrt für die Sozialdemokraten, die nach mehr als drei Jahrzehnten Regierungsführung ins Hintertreffen geraten. Geradezu zwangsläufig wird nun, zumindest voraussichtlich, unter Schnieder eine Große Koalition entstehen – zu sehr hatten sich alle vorher verrannt, jegliche Ampel-Versuche auszuschließen.
Etwas aus dem Windschatten folgt die AfD, die mit durchschnittlich 20 Prozent ein geradezu explosives Wachstum hingelegt hat, während die Grünen auf recht magere 8 Prozent zurückfallen. Für FDP und Freie Wähler ist hingegen Schluss: Mit 2,1 beziehungsweise 3,8 Prozent verpassen sie das Parlament, ebenso wie die Linke mit 4,5 Prozent. Pauschal gesagt: Rheinland-Pfalz hat seine politische Balance heute kräftig verschoben. Dass das alles so kommen musste? Ehrlich – so ganz sicher waren sich die wenigsten.
Die CDU konnte bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz ein deutliches Comeback feiern und laut Hochrechnungen erstmals seit Jahrzehnten wieder die Führung übernehmen. Während die SPD mit einem historischen Rekordtief abgestraft wurde, gewann die AfD spürbar an Boden – ein Signal, das bundespolitisch nachhallt. Auffällig ist der nahezu vollständige Einbruch der bisherigen kleineren Koalitionspartner; Grüne, FDP und Freie Wähler stehen (teils knapp) vor dem Aus beziehungsweise sind bereits am Einzug in den Landtag gescheitert. Recherchen aktueller Zeitungsberichte und Agenturen zeigen: Die Wahlbeteiligung lag leicht über dem Durchschnitt der letzten Jahre, was auf gesteigerte politische Mobilisierung und Unzufriedenheit hindeutet. Regionale Themen wie die wirtschaftliche Entwicklung, Infrastrukturprobleme und die Flüchtlingspolitik prägten den teils harten Ton im Wahlkampf. Beobachter weisen zudem auf den plötzlichen Strategiewechsel der SPD kurz vor der Wahl hin – ein letztes Aufbäumen, das aber ins Leere lief.