Kapitalgedeckte Altersvorsorge: KfW-Chef plädiert für grundlegenden Reformschritt

Stefan Wintels, Chef der KfW-Bank, spricht sich klar für die Weiterentwicklung der kapitalgedeckten Rente aus und warnt vor verpasstem Wohlstand.

heute 16:55 Uhr | 4 mal gelesen

Eine Modernisierung der Sozialversicherungen, insbesondere im Bereich der Renten, hält Stefan Wintels für überfällig. Im Gespräch mit dem „Focus“ meint er – und das klingt wie ein lauter Weckruf – dass viele Menschen bis heute kaum vom weltweiten Wachstum am Aktienmarkt profitieren. Während Sparbuchzinsen heutzutage fast nichts mehr einbringen, argumentiert Wintels, habe man sich in anderen Ländern längst getraut, auf den Kapitalmarkt zu setzen, auch unter sozialdemokratischer Führung. Weltweit, so Wintels, sei ein Wechsel zur Kapitaldeckung bislang nie bereut worden; im Gegenteil. Die Fakten, sagt er, seien eindeutig: Ein System, das stärker in Aktien und Wertpapiere investiert, sichere einen stabileren Wohlstandszuwachs fürs breite Publikum als das klassische Umlagesystem. Dennoch bleibt Deutschland zurückhaltend. Politische Versuche – etwa von der FDP im Rahmen der jetzigen Ampel-Koalition – sind derzeit stecken geblieben. Ob das nur eine Frage der Zeit ist? Manchmal kommt es einem so vor, als würde Deutschland sehenden Auges an einer großen Chance vorbeigehen.

Wintels’ zentrale Botschaft: Deutschland müsse seine Altersvorsorge so umbauen, dass mehr Menschen von den Chancen des Kapitalmarktes profitieren. Das aktuell überwiegend umlagebasierte Rentensystem verpasst aus seiner Sicht die Gelegenheit, Wohlstand breiter wachsen zu lassen, wie es andere moderne Staaten längst tun. Wintels verweist auf internationale Beispiele, die zeigen, dass kapitalgedeckte Systeme nicht nur funktionieren, sondern sich auch langfristig bezahlt machen – trotz aller politischen Bedenken. Aktuelle Recherchen zeigen, dass die Diskussion rund um eine Reform der gesetzlichen Rente in Deutschland weiter an Fahrt gewinnt, getrieben durch die demografische Entwicklung und die unsichere Zukunft des bisherigen Systems. In den letzten Tagen berichteten diverse Medien intensiv über die politische Blockade, aber auch über neue Ansätze zur Altersvorsorge, darunter Konzepte wie die sogenannte „Aktienrente“ und ihre Hürden auf dem Weg zur Umsetzung. Zudem gibt es eine zunehmende Kritik an der fehlenden Finanzbildung und dem geringen Aktienanteil in deutschen Portfolios. Die gesellschaftliche Debatte scheint sich zuzuspitzen – zwischen Sicherheitsdenken, Reformangst und dem Blick ins meist positive Ausland.

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