Vor einigen Jahren hätte niemand damit gerechnet, aber mittlerweile stirbt eine Unternehmensgeneration leise aus – nicht, weil ihre Geschäftskonzepte veraltet wären, sondern weil eben niemand mehr am Steuer stehen will. Betriebe, die jahrelang solide liefen, drohen zu verschwinden, weil die Nachfolgefrage ungelöst bleibt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wer zu lange wartet, schaut am Ende oft in die Röhre.
Zu spät verkauft, zu früh verloren
Meist kommt das Thema Firmenverkauf erst dann auf die Agenda, wenn das Wasser schon am Hals steht. Dabei weiß eigentlich jeder, dass es klüger wäre, sich frühzeitig damit zu beschäftigen – aber die Hoffnung stirbt halt zuletzt. Dabei ist es eben dann zu spät, wenn Umsätze rückläufig sind und die Bilanz schrumpft. Selbst wenn alles nur mäßig läuft, gibt es Chancen – vorausgesetzt, man plant rechtzeitig und schaut über den Tellerrand.
Strategien? Fehlanzeige!
Was oft fehlt, ist ein Plan – ein Ausstiegsszenario. Darüber schiebt man das Unangenehme lieber auf, beschäftigt sich mit tagesaktuellen Problemen. Doch die Welt draußen dreht sich schneller, Gesetze ändern sich, Branchen geraten unter Druck, und dann muss alles hoppladihopp gehen. Ohne Exit-Plan überrollt einen die Realität schneller, als man 'Firmenübergabe' sagen kann.
Wenn Branchen wegbrechen
Der Druck nimmt zu, problematisch ist das besonders für Hersteller, Zulieferbetriebe, aber auch die Chemiebranche. Hier kann oft nicht mehr das Gesamtpaket verkauft werden – vielmehr rücken einzelne Bereiche ins Rampenlicht: Fachwissen, eingespielte Arbeitsabläufe, erfahrene Teams. Wer jetzt noch Potenzial erkennt und einzelne Standbeine stärkt, kann sich retten. Wer nicht, rutscht in die nächste Krise.
Insolvenz: Abbruchkante oder Neuanfang?
Erscheint der Insolvenzverwalter, ist alles verloren? Nicht zwingend! Oft bietet sich die Möglichkeit, brauchbare Teile zu retten – etwa durch Teilverkäufe oder Umstrukturierung. Das hält Arbeitsplätze, Fachkenntnis und sogar Nischen-Know-how am Leben, manchmal sogar quer durch Branchen, wo vorher niemand ein Auge draufgeworfen hat.
Fachkräfte als Trumpfkarte
Unterschätzt wird, wie wertvoll Menschen sind – nicht die Maschinen, sondern echtes Know-how. Gut eingearbeitete Teams wechseln zwischen Industriezweigen, die früher nichts miteinander zu tun hatten. Ob klassischer Maschinenbauer oder Hightech-Nische, Firmen übernehmen zunehmend die Belegschaft und ihr Wissen, selbst wenn das Produkt nebensächlich wird.
Strategielosigkeit rächt sich
Was als 'demografisches Problem' diskutiert wird, ist oft Teil einer fatalen Misere: mangelnde Strategie, fehlende Anpassung und Passivität. Wer früh ans Morgen denkt, seine Stärken klar benennt und zum Verkauf bereit ist, hat bessere Chancen. Wer abwartet, überlässt die Entscheidung am Ende anderen – und die nehmen nicht immer Rücksicht auf Tradition oder Geschichte.
Wer sind Zamzau & Polit?
Fabian Zamzau und Michael Polit von der Otter Consult GmbH suchen für Unternehmen Nachfolger – und zwar rechtzeitig, bevor das böse Erwachen kommt. Ihr Ansatz: Begleitung beim gesamten Prozess und kluge Beratung, wenn’s drauf ankommt. Nachzulesen und zu erreichen hier: https://otterconsult.de/
Deutschland steckt mitten in einer Nachfolgekrise, die weder durch schlechtes Management noch durch veraltete Produkte, sondern vor allem durch das Fehlen geeigneter Nachfolger ausgelöst wird. Viele Unternehmen finden sich erst dann mit dem Thema Verkauf konfrontiert, wenn ihre wirtschaftlichen Reserven aufgebraucht sind – ein Fehler, der zu schlechteren Verkaufsbedingungen führt oder gar zur Insolvenz zwingt. Immer deutlicher wird, dass strukturelle Planung und das rechtzeitige Sichern von Know-how und Teamstrukturen über die Zukunft der Betriebe entscheiden – mitten in einer Zeit, in der nicht nur einzelne Firmen, sondern ganze Branchen um ihre Zukunft ringen.
Neue Recherchen zeigen, dass laut einer aktuellen Analyse der KfW rund 560.000 mittelständische Betriebe bis 2027 einen Nachfolger suchen müssen, während sich gleichzeitig das Interesse potenzieller Betriebsübernehmer:innen deutlich verringert hat. Der demografische Wandel und sich wandelnde Wertvorstellungen verstärken die Krise, wobei Digitalisierungsdruck, der Wunsch nach mehr Work-Life-Balance bei jungen Unternehmer:innen und die Ungewissheiten durch geopolitische Krisen (Stichwort: Lieferketten) die Suche zusätzlich erschweren. Staatlich geförderte Beratungsprogramme, regionale Initiativen und Online-Marktplätze entstehen als Lösungen – allerdings gelingt die Übergabe vor allem dort, wo rechtzeitig und flexibel gehandelt wird.