Keine Vereinbarung zwischen Grönland und USA: Ministerin widerspricht Trump

Die grönländische Wirtschaftsministerin Naaja Nathanielsen hat Behauptungen aus Washington, es existiere eine formelle Vereinbarung über neue US-Rechte auf der Insel, klar zurückgewiesen. Laut Nathanielsen steht die grönländische Seite erst am Anfang möglicher Gespräche – und wartet selbst auf die Themenliste aus den USA.

heute 14:13 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal geht es bei internationalen Beziehungen eher um fehlende Klarheit als um klare Worte. Naaja Nathanielsen, ihres Zeichens Wirtschaftsministerin Grönlands, sieht die aktuellen Äußerungen von Donald Trump kritisch – zumindest, was angeblichen US-Zugang zu Grönland betrifft. Es gäbe nämlich noch gar keine Rahmenvereinbarung, stellte sie gegenüber der FAZ nüchtern fest. Tatsächlich sei das meiste noch offen: Bisher sei nicht einmal bekannt, zu welchem Zweck die USA überhaupt verhandeln wollen. Klar sei nur, dass Gespräche auf NATO-Ebene wahrscheinlich über gesteigerte Militärpräsenz im arktischen Norden geführt werden – aber der Rest? Noch im Nebel, so Nathanielsen. Auch die oft in den Medien erwähnten Mineralien seien bisher nicht konkret mit den Amis besprochen worden – obwohl US-Präsident Trump bei Fox Business News forsch etwas anderes behauptet hatte. Nathanielsen bleibt da gelassen: Es habe nicht einmal mehr Interesse von amerikanischen Firmen an grönländischen Bodenschätzen gegeben. Man sei zwar aufgeschlossen für Investitionen, betont die Ministerin, aber das soll bitteschön nach Recht und Ordnung laufen – und zwar offen durch die Vordertür. „Halten Sie sich an unsere Gesetze und internationales Recht, dann heißen wir Sie willkommen“, sagt sie. So viel Pragmatismus, so viel Skepsis – das klingt fast nach nordischem Wetter: wechselhaft.

In jüngsten Gesprächen wies Grönlands Wirtschaftsministerin Naaja Nathanielsen Aussagen aus den USA entschieden zurück, wonach Washington bereits vertraglich besondere Zugriffsrechte auf Grönland habe. Noch sind weder Inhalte noch Ziele amerikanischer Interessen klar umrissen; stattdessen wird zunächst mit trilateralen Gesprächen zwischen Grönland, Dänemark und den USA gerechnet, etwa zur Sicherheit und zur Aktualisierung alter Militärabkommen. Bemerkenswert: Trotz medialen Spekulationen zu strategischen Rohstoffen bleibt das Interesse amerikanischer Firmen bislang aus, während die grönländische Regierung auf Einhaltung von Recht und Transparenz bei künftigen Investitionen pocht. Aktuelle Artikel führender deutschsprachiger Medien betonen zudem, dass der geopolitische Wettbewerb in der Arktis insgesamt zunimmt. Grönland steht dabei im Fokus von Interessen nicht nur der USA, sondern auch Chinas und Europas. Besonders diskutiert wird die Frage, wie die kleine Bevölkerung der Insel mit dem steigenden Druck und den Erwartungen internationaler Akteure umgehen wird – bislang scheinen Abwehr, Vorsicht und Verfassungsbeständigkeit die Linie der Regierung zu prägen.

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