Keine weiteren Werksschließungen bei BSH geplant: Zukunft deutscher Standorte bleibt gesichert

Nachdem die Bosch-Siemens-Hausgeräte GmbH (BSH) mit den Schließungen der Werke in Nauen und Bretten für Aufsehen sorgte, schließt der Haushaltsgerätehersteller laut Vorstandschef Matthias Metz aktuell weitere Standortaufgaben in Deutschland aus.

heute 10:22 Uhr | 7 mal gelesen

„Nach jetzigem Stand bleibt es bei den Schließungen in Nauen und Bretten“, betont BSH-Chef Matthias Metz im Gespräch mit der FAZ – etwas Erleichterung klingt durch. Die deutschen Werke in Dillingen, Giengen, Traunreut und Bad Neustadt sieht die Unternehmensleitung weiterhin als tragende Säulen, ebenso wie die Firmenzentrale in München plus Entwicklungs- und Logistikzentren. Rückblick: Noch Anfang 2024 stand fest, dass weltweit 3.500 Arbeitsplätze gestrichen werden – darunter 1.000 in Deutschland. Eine Zeit lang schien es, als würde man die restlichen Standorte verschonen, doch der Schock folgte im Herbst 2025: Nauen und Bretten werden dichtgemacht. Metz erklärt dies als harte, aber unausweichliche Entscheidung – mit schwierigen Marktbedingungen, Unsicherheiten auf den Immobilienmärkten und geopolitischen Turbulenzen als Hauptursachen. BSH verspricht, Arbeitsabläufe künftig besser auf die noch verbleibenden europäischen Werke zu verteilen, sodass deren Maschinen und Menschen ausgelastet bleiben – zumindest in der Theorie. Und doch schwingt leise Sorge mit: „Das Label Made in Germany ist zwar ehrenwert“, räumt Metz ein, „aber es reicht wirtschaftlich allein nicht mehr.“ Kunden vergleichen global, das Preisniveau im Ausland ist oft niedriger, und die Qualität – so ehrlich ist Metz – kann locker mithalten. Besonders Chinas Konkurrenz drückt aufs Geschäft: Geringere Herstellungskosten, aggressive Preispolitik und Überkapazitäten sorgen in Europa für spürbaren Druck. Die Kostenvorteile beginnen schon beim Einkauf – von Stahl über Strom bis hin zu Personalkosten läuft vieles günstiger ab, als deutsche Hersteller es bieten können. Kurz gesagt: Die Zeiten bleiben stürmisch, aber im Moment ist erst einmal keine weitere Sturmwarnung für neue deutsche Standorte angesagt.

Die Aussagen von Matthias Metz lassen hoffen, dass BSH zumindest kurzfristig keine weiteren Standorte in Deutschland schließen will – allerdings bleibt das Geschäftsumfeld schwierig. In jüngsten Presseberichten, etwa auf taz.de, DW und Zeit Online, wird zudem darauf hingewiesen, dass der gesamte Hausgerätemarkt in Europa unter enormem Wettbewerbsdruck leidet – die Dynamik durch asiatische Unternehmen wie Haier und Midea ist unverkennbar. Unklar bleibt, wie BSH langfristig seine Produktion und Innovationskraft sichern will, denn Investitionen in Digitalisierung und nachhaltige Fertigung werden als zentrale Weichensteller genannt. Laut Branchenkennern beobachten viele, wie sich BSH nach der Konsolidierungsphase künftig positioniert und ob das Versprechen, keinerlei weitere Werke zu schließen, langfristig Bestand hat.

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