Es kommt selten vor, dass ein Leitungswechsel derart unvermittelt wirkt: Jan Philipp Burgard, bislang Chefredakteur der "Welt"-Mediengruppe, hat nach einem ernsten Zwischenfall beim Rückflug aus dem Urlaub Konsequenzen gezogen. "Im Flieger zurück wurde ich so krank, dass ich noch während des Fluges medizinische Hilfe brauchte. Das hat mir gezeigt, wie schnell sich Prioritäten verschieben könnten", schildert Burgard aus persönlicher Sicht. Nachfolgende Untersuchungen an der Berliner Charité ließen keine Zweifel: Gesundheit gehe vor, meinten die behandelnden Ärzte. So nachvollziehbar diese Entscheidung klingt – sie kommt nicht ohne Brüche. Burgard erläutert dazu: "Ich ziehe mich bewusst zurück, um mir die notwendige Zeit zur Genesung zu nehmen." Interessanterweise hielt sich Burgard zum konkreten Gesundheitsproblem vage, was Spekulationen Raum lässt.
Der Axel-Springer-Verlag hat prompt reagiert und Helge Fuhst ins Rennen geschickt – ein Name, der bisher vor allem mit den "Tagesthemen" der ARD verknüpft war. Fuhst soll sowohl die Leitung der Chefredaktionen der Verlags-"Premium-Gruppe" (inklusive "Welt", "Politico" und "Business Insider") übernehmen als auch die Chefredaktion der "Welt"-Gruppe leiten. Ein erfahrener Manager, der das politische und mediale Berlin gut kennt. Gerade dieser schnelle, vielleicht auch abrupt anmutende Wechsel an der Spitze wirft Fragen auf – nicht nur nach den gesundheitlichen Aspekten, sondern auch zur weiteren inhaltlichen Ausrichtung der Blätter. Aber vielleicht ist das typisch für die Branche: Alles passiert ziemlich schnell — und trotzdem bleibt dieses mulmige Gefühl, wenn Menschen plötzlich zum eigenen Wohl die Reißleine ziehen müssen.
Der Rücktritt Jan Philipp Burgards von der Chefredaktion der "Welt"-Gruppe erfolgte nach anhaltenden gesundheitlichen Beschwerden, die während eines Rückflugs akut wurden. Trotz der Bedeutung und Sichtbarkeit seiner Position steht das persönliche Wohlergehen im Vordergrund, was auch in der Medienwelt mehr Aufmerksamkeit findet. Parallel übernehmen Helge Fuhst, ein erfahrener Nachrichtenmann, die vakante Leitungsrolle sowohl innerhalb der "Welt"-Gruppe als auch übergeordnet für die Axel-Springer-Premium-Medien. – Einen vergleichbaren schnellen Führungswechsel hat es bei der "Welt"-Gruppe in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Nach aktuellen Recherchen zeigen andere Medienberichte, dass Fuhsts Wechsel branchenweit als Signal für mögliche strategische Neuausrichtungen interpretiert wird (vgl. diverse Branchendienste, Stand 2024-06). Darüber hinaus steht gesundheitliche Selbstfürsorge, gerade in Topetagen, zunehmend im Fokus von Diskussionen über Arbeitsbelastung und Führungskultur.