Die Umsätze der mittelständischen Betriebe – also der sogenannten KMU, die traditionell das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden – sind im November spürbar zurückgegangen: Ein Minus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr weist die jüngste Auswertung des Softwareanbieters Datev aus, wie sie der FAZ vorliegt. Besonders bitter: Das Umsatzniveau ist damit auf den tiefsten Stand seit Juni gefallen, und über das vergangene Jahr gesehen gab es faktisch kaum Bewegung – eher einen leichten Negativtrend. Kurios eigentlich, denn jüngste Signale wie steigende Industrieaufträge hatten für einen vorsichtigen Optimismus gesorgt, dass es vielleicht endlich wieder aufwärts gehen könnte. Ein genauer Blick entlarvt diesen Optimismus jedoch als Illusion: Der sogenannte Datev-Mittelstandsindikator, gestützt auf die anonymisierten Echtzeitdaten der KMUs selbst, zeichnet ein wesentlich trüberes Bild. Tatsächlich zeigen sich fast alle Branchen von der Malaise betroffen – mit Ausnahme des Bausektors, während etwa im Einzelhandel das Weihnachtsgeschäft enttäuschend ausfiel. Sogar Robert Mayr von der Datev spricht offen davon, dass das Jahr 2025 für den Mittelstand „verloren“ gewesen sei – viele kleinere Firmen kämpfen mit ausbleibenden Käufern, steigenden Ausgaben und strukturellen Altlasten, die einfach nicht verschwinden wollen. Das alles hat auch für Arbeitsplätze Folgen: In vielen kleinen und mittleren Unternehmen wurde zuletzt Personal abgebaut, vor allem in Gastronomie und Produktion. Gleichzeitig wachsen die Gehaltskosten: Zwar erhöhen sich die Löhne im Mittelstand um satte 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, allerdings – und das ist die Krux – frisst die Inflation einen Teil davon direkt wieder auf.
Die aktuelle Umsatzstatistik im Mittelstand sieht ernüchternd aus: An eine spürbare wirtschaftliche Erholung mag angesichts der minus 1,6 Prozent Umsatz im November noch keiner wirklich glauben. Während einige Konjunkturindikatoren wie mehr Industrieaufträge jüngst Hoffnung schürten, offenbaren die Echt-Zahlen der Mittelständler eine anhaltende Schwäche, die praktisch alle Branchen – mit Ausnahme des seither widerständigeren Baugewerbes – trifft. Besonders schwer wiegt die Entwicklung auch, weil KMU nicht nur mit schwachem Konsum, sondern zugleich mit steigenden Personalkosten und zurückgehender Beschäftigung kämpfen.
Ergänzend dazu finden sich in aktuellen Nachrichten Weiterungen: Laut FAZ leiden viele Mittelständler weiterhin unter Fachkräftemangel und gestiegenen Finanzierungskosten, seitens des Spiegel werden Lieferkettenprobleme genannt, und die Süddeutsche hebt die Unsicherheit bezüglich der Energiepreise und staatlicher Hilfen als zentrale Hürde hervor. Es scheint, Deutschlands Mittelstand muss sich in absehbarer Zukunft auf ein weiter raues Fahrwasser einstellen.