KI in Unternehmen: Wenn Maschinen den Takt angeben

Köln – Künstliche Intelligenz krempelt die Arbeitswelt um, oft mit dem Versprechen von mehr Effizienz und besserer Qualität. Doch der Einzug dieser Technologien verändert nicht nur Abläufe, sondern wirbelt auch Entscheidungswege und Jobprofile durcheinander. Gerade Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz stehen dabei auf dem Prüfstand – ein aktuelles Whitepaper von TÜV Rheinland nimmt das genauer unter die Lupe.

heute 13:00 Uhr | 1 mal gelesen

Technik als Werkzeug – Der Mensch bleibt das Maß der Dinge

Automatisierte Prozesse und KI-gestützte Assistenzsysteme können dafür sorgen, dass körperlich beanspruchende Tätigkeiten weniger werden. Gleichzeitig verschieben sich aber Entscheidungsräume: Wenn der Algorithmus den Arbeitsrhythmus vorgibt, drohen Flexibilität und spontane Pausen verloren zu gehen. Wer stundenlang unbeweglich ausharren muss, spürt das irgendwann – Rücken oder Gelenke melden sich. Und was, wenn Systeme streiken oder Hacker zuschlagen? Dr. Ludwig Brands von TÜV Rheinland rät, Risiken rund um KI bei der Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz stets mitzudenken – mehr Technik darf nicht zu höherem Tempo und wachsender Belastung führen, bloß weil Maschinen nie müde werden.

Neue Zeiten, neue Fähigkeiten

Die Einführung von KI verlangt mehr als nur technisches Know-how – fast alle Mitarbeitenden, egal in welcher Position, müssen sich weiterbilden. Die meisten Unternehmen setzen auf Weiterbildungen, Online-Kurse und digitale Lernplattformen. Doch Lernen braucht auch Experimentierfreude – es kommt darauf an, sichere Räume zu schaffen, wo alle Fragen erlaubt sind und auch Fehler mal passieren dürfen. Nur so kann Vertrauen wachsen. Psychologin Iris Dohmen von TÜV Rheinland weiß: Besonders die Skeptikerinnen und Skeptiker sollten von Beginn an mit im Boot sitzen.

Entlastung und Stress: KI kann beides

Den Joballtag mischt KI ordentlich auf. Einerseits sind weniger monotone Aufgaben ein Segen, andererseits fühlen sich einige durch den Informationsfilter eingeengt oder überfordert. Auch die Zusammenarbeit im Team wandelt sich spürbar: Was für viele eine willkommene Herausforderung ist, empfinden andere als Belastung. Deshalb sollte der Zusammenhang zwischen KI und psychischer Gesundheit explizit in Risikobewertungen Beachtung finden, rät Dohmen.

Unsichtbare Gefahr Büro: Cyberangriffe

Je stärker Firmen von digitalen Systemen abhängen, desto konsequenter müssen sie sich vor Cyberattacken schützen. Denn wenn die IT ausfällt, geraten Routinen ins Wanken, Maschinen oder Sicherheitstechnik funktionieren plötzlich nicht mehr wie gewohnt – das kann unsicher und gefährlich werden. Arbeitsmedizinerin Dr. Wiete Schramm betont: Solche Risiken gehören in jede zeitgemäße Gefährdungsbeurteilung.

Wer mehr über Arbeits- und Gesundheitsschutz bei TÜV Rheinland wissen möchte, kann sich weiter informieren: www.tuv.com/amd

Über TÜV Rheinland

Seit über 150 Jahren kümmert sich der TÜV Rheinland darum, Technik im Alltag sicher zu machen. Mit 27.000 Beschäftigten und globaler Präsenz prüft das Unternehmen Produkte, Anlagen und berät in Sachen Nachhaltigkeit und Sicherheit. Besonders bei neuen Technologien wie KI, automatisiertem Fahren oder nachhaltiger Energieversorgung gilt der TÜV als Wegweiser für Qualität und Sicherheit.

Wer ist AMD?

Die Arbeitsmedizinischen Dienste von TÜV Rheinland zählen zu den größten Anbietern für Arbeitsschutz und Prävention in Deutschland. Über 800 Fachleute kümmern sich um die physische und psychische Gesundheit in Betrieben, heute längst nicht mehr nur mit Blick auf klassische Arbeitsunfälle, sondern zunehmend im Sinne ganzheitlicher Vorsorge.

Für Fragen: Pressestelle TÜV Rheinland, Tel.: +49 221/806-2148, E-Mail: contact@press.tuv.com oder online unter www.tuv.com/presse

Künstliche Intelligenz krempelt Arbeitsabläufe, Entscheidungsstrukturen und berufliche Anforderungen grundlegend um. Einerseits entlastet KI Beschäftigte von körperlichen oder eintönigen Aufgaben, andererseits entstehen neue Risiken: weniger Bewegung, höhere Arbeitsintensität und letztlich das Risiko von Überlastung, wenn die Technik das Tempo bestimmt. Entscheidend bleibt, Mitarbeitende auf allen Ebenen kompetent weiterzubilden, sie aktiv einzubinden und auch psychische Belastungen, etwa durch veränderte Teamarbeit oder Cyberangriffe, nicht aus den Augen zu verlieren. Laut einer aktuellen Analyse von der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' nutzt bereits mehr als ein Drittel der deutschen Unternehmen KI-basierte Tools, wobei vor allem der Mittelstand einen enormen Nachholbedarf bei der Qualifizierung der Belegschaft sieht. KI wird in der Industrie beispielsweise eingesetzt, um Wartungszyklen zu optimieren und Maschinenausfälle zu verhindern – das sorgt für Effizienz, steigert aber den Druck auf Mitarbeitende, sich ständig neues Wissen anzueignen. Zudem zeigen aktuelle Studien, dass viele Beschäftigte KI noch mit Skepsis begegnen und Angst vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze haben. (Quellen: faz.net, zeit.de, spiegel.de, sueddeutsche.de – Stand 05/2024)

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