Ampel-Koalition bringt Notfalldienst neu auf Kurs

Nach langem Ringen steht die Regierung bei der Reform der Notfallversorgung vor dem Durchbruch.

21.04.26 22:02 Uhr | 4 mal gelesen

Laut 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' (Ausgabe am Mittwoch) hat die Bundesregierung ihre jahrelang festgefahrenen Notfallreform ambitiös vorangetrieben. Die Vorlage stammt diesmal von Gesundheitsministerin Nina Warken, CDU, und soll noch heute durchs Kabinett gehen. Kernelement: Wer Hilfe braucht, erhält künftig schon am Telefon oder per Video eine einheitliche Ersteinschätzung – egal ob über die 112 oder die ärztliche Rufnummer 116117. Was mir persönlich auffällt, ist der Gedanke, dass stationäre und ambulante Notfälln jetzt nicht mehr nebeneinander, sondern Hand in Hand arbeiten – oder es zumindest sollen. Der Plan sieht eigene 'Integrierte Notfallzentren' vor, in denen Krankenhausnotaufnahmen, Notdienstpraxen der Kassenärzte und ein gemeinsamer Check-in-Schalter verschmolzen werden. Etwas, das ich mir schon vor Jahren im Bekanntenkreis gewünscht hätte, nachdem ich einem Freund nachts zwischen den Fronten eines undurchsichtigen Systems helfen musste. Und noch eine Neuerung: Rettungswägen werden künftig auch dann bezahlt, wenn sie niemanden fahren, sondern direkt Hilfe leisten. Mit der Reform peilt Warken außerdem eine jährliche Einsparung von ein bis zwei Milliarden Euro an. Interessant: Es herrscht offenbar Eintracht zwischen den Koalitionsparteien – anders als bei den gescheiterten Versuchen der Vorgänger Spahn und Lauterbach. Fast schon erstaunlich in einer Zeit, in der sich sonst so vieles an politischen Details verhakt.

Die Bundesregierung hat einen entscheidenden Schritt bei der Modernisierung der Notfallversorgung in Deutschland gemacht. Durch die geplanten integrierten Notfallzentren, bei denen Notaufnahmen, Notdienstpraxen und eine zentrale Ersteinschätzung zusammenarbeiten, sollen Patienten effizienter betreut und unnötige Krankenhauseinweisungen verhindert werden – laut jüngsten Analysen könnten Notaufnahmen dadurch deutlich entlastet werden. Neu ist auch das Finanzierungsmodell für Rettungsdienste, die nun auch für vor Ort erbrachte Hilfe bezahlen, was Anreize zur Vermeidung von unnötigen Transporten schafft. Medien berichten außerdem, dass gerade mit Blick auf die angespannten Krankenhauslandschaften der Reformvorschlag überwiegend positiv aufgenommen wird, jedoch Bedenken hinsichtlich der Umsetzung und ausreichenden Finanzierung im ländlichen Raum bestehen. Wie die "taz" und andere Medien betonen, gibt es parteiübergreifend Rückhalt, aber einzelne Experten warnen, dass die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Ländern und Kassenärztlicher Vereinigung vor Ort noch praktisch erprobt werden muss.

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