Die Entscheidung der USA, ihre Entwicklungshilfe in Kolumbien – darunter das Gros der Mittel von USAID – auf Eis zu legen oder ganz zu streichen, sendet Schockwellen durch die kolumbianische Gesellschaft. Damit wird Kolumbien zum ungewollten Prototyp für zahlreiche Länder, die nun mit ähnlichen Einschnitten ringen müssen – eine Entwicklung, die viele Beobachter beunruhigt, aber kaum jemanden überrascht.
In den konfliktreichen Regionen des Landes, z.B. im Pazifik oder den Grenzgebieten, wo ohnehin Unsicherheit und Perspektivlosigkeit herrschen, verschwinden plötzlich Schutzräume und Bildungsprojekte für Kinder. Schockierend: Fast drei Viertel des Landes stehen laut Schätzungen unter dem Einfluss von Gangs oder Guerilla-Gruppen. Gleichzeitig türmen sich die Probleme für Geflüchtete – Kolumbien ist längst nicht nur Transitland, sondern auch unfreiwillige Endstation für fast dreieinhalb Millionen Menschen aus Nachbarstaaten.
Während die Regierung sich schwertut, die entstandene Lücke zu schließen, drohen bereits jetzt mehr Gewalt, mehr Armut und krasse Rückschritte bei der Ausbildung junger Menschen. Programme wie 'Childhood Matters' sind entweder am Aus oder arbeiten am Notlimit. Die SOS-Kinderdörfer versuchen, dem Ganzen irgendwie entgegenzuwirken – doch jeder Tag ohne konkrete internationale Unterstützung verschärft die Not. An manchen Tagen fühlt sich die Situation surreal an – ist das wirklich das Jahr 2025?
Übrigens: Die Serie der SOS-Kinderdörfer beleuchtet nicht nur Kolumbien. In Ländern wie Nigeria, Peru oder der Ukraine sieht es ähnlich düster aus – die USAID-Ausfälle schneiden mitten hinein in die Lebensadern der ärmsten Regionen. Kaum jemand spricht darüber, aber wenn Programme für Gesundheit, Bildung und Kinderschutz wegbrechen, kann das Menschenleben kosten. Laut 'The Lancet' ist von Millionen zusätzlicher Kinderleben die Rede – eine bittere, aber wenig beachtete Realität.
Der Ausstieg der USA aus der Entwicklungszusammenarbeit hat für Kolumbien gravierende Folgen, insbesondere für Kinder, Jugendliche und Geflüchtete. Laut diversen aktuellen Berichten von internationalen Hilfsorganisationen und kolumbianischen NGOs geraten humanitäre Projekte und Infrastrukturmaßnahmen in akute Gefahr, während die Regierung mit der fälligen Finanzierung überfordert ist. Verschärft wird das Problem durch den großflächigen Einfluss bewaffneter Gruppen, wachsende Migration und eine eskalierende Versorgungskrise.
Neuesten Medienanalysen zufolge geraten nicht nur bestehende Programme zum Schutz und zur Integration von Kindern unter Druck, sondern auch die ohnehin fragile Friedensförderung steht auf der Kippe – erst kürzlich warnten kolumbianische Menschenrechtsbeobachter vor einem neuen Anstieg von Gewaltverbrechen und gezielter Anwerbung von Jugendlichen durch Drogenkartelle und Guerillas. Gleichzeitig melden sowohl lokale Zeitungen als auch internationale Nachrichtendienste einen deutlichen Zuwachs von Notunterkünften und spontanen Hilfsnetzwerken, die versuchen, das Vakuum mit eigenen Kräften zu füllen. Eine weitere Entwicklung, die auffällt: Immer mehr NGOs appellieren an europäische Staaten, kurzfristig einzuspringen und den Kollaps wenigstens teilweise abzufedern – mit Betonung auf Geschwindigkeit, da jede Verzögerung dramatische Folgen für Kinder und Familien haben könnte.